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Lesezeichen mit dem gewissen Etwas

Lesezeichen sind der heimliche Held unter den Werbemitteln. Sie landen nicht im Papierkorb, sondern immer wieder ins nächste Buch. In diesem Artikel erfährst du, wie du Lesezeichen gestaltest, die nicht nur praktisch sind, sondern als kleine Kunstwerke begeistern – inklusive DIY-Tipps für den besonderen Feinschliff.

Warum Lesezeichen so gut funktionieren

Seien wir ehrlich: Viele Menschen greifen beim Lesen zum erstbesten Kassenzettel, einem Notizzettel oder knicken einfach die Seite um. Trotzdem – oder gerade deshalb – üben schöne Lesezeichen eine besondere Faszination aus. Sie werden gesammelt, gehütet und liebevoll zum passenden Buch ausgewählt. 

Genau darin liegt die Stärke als Werbemittel: Lesezeichen werden nicht als Werbung wahrgenommen, sondern als hübsches Geschenk, das man gerne mitnimmt und behält. Ein gut gestaltetes Exemplar verschwindet nicht im Papierkorb, sondern wandert in die Sammlung – und von dort immer wieder in ein neues Buch. Es erinnert über Monate oder sogar Jahre an dich und dein Werk, ganz beiläufig und ohne aufdringlich zu sein. Welches andere Werbemittel schafft das?

Das richtige Format

Beim Selfpublisher-Verband sind Lesezeichen als Auslageformat willkommen. Die Standardmaße variieren, aber am gebräuchlichsten ist das klassische Format von 5,1 x 14,8 cm oder 5,5 x 17 cm. Es passt in jedes Buch, wirkt ansprechend und liegt gut in der Hand. Kompaktere Varianten mit 4 x 14 cm sind ebenfalls möglich, gehen allerdings leichter zwischen den Seiten verloren. Breitere Formate ab 6 cm ragen dagegen oft aus dem Buch heraus und knicken.

Wenn du unsicher bist, orientiere dich an ca.  5 x 15 cm. Dieses Format ist erprobt und eignet sich für jeden Buchtyp.

Design-Grundlagen: Elegant und funktional

Die Vorderseite

Die Vorderseite ist die Schauseite. Hier zählt der erste Eindruck. Und weil die Fläche schmal ist, gilt noch mehr als bei anderen Werbemitteln: Weniger ist mehr. Ein starkes Motiv, vielleicht ergänzt durch ein kurzes Zitat oder deinen Autor:innen-Namen, reicht völlig aus. Überlade das Design nicht mit zu vielen Elementen.

Denke bei der Gestaltung an das vertikale Format. Hochformatige Illustrationen, senkrechte Typografie oder Elemente, die von oben nach unten fließen, harmonieren am besten damit. Wichtig dabei: Der obere Teil schaut aus dem Buch heraus. Platziere dort das interessanteste Element. Es ist das Erste, was man sieht, wenn das Lesezeichen zwischen den Seiten hervorlugt.

Die Rückseite

Für die Rückseite gibt es verschiedene Ansätze, je nachdem, wie viel Information du unterbringen möchtest.

Die minimalistische Variante beschränkt sich auf deinen Namen, die Website und einen QR-Code – sauber und nicht aufdringlich. Wenn du etwas mehr zeigen möchtest, kannst du ein kleines Cover-Bild und einen kurzen Pitch zu deinem Buch ergänzen. Hast du eine Reihe, bieten sich kleine Cover-Miniaturen deiner anderen Titel an, um Interesse am Gesamtwerk zu wecken.

Besonders reizvoll, aber auch aufwendiger: Beide Seiten als zusammenhängendes Design gestalten, bei dem sich das Motiv über Vorder- und Rückseite zieht.

Wähle in jedem Fall kritisch aus, was auf die Rückseite kommt – auf der schmalen Fläche wird es schnell eng.

Zitate auf Lesezeichen

Wie bei Postkarten eignen sich Zitate auch auf Lesezeichen hervorragend. Die Herausforderung ist der begrenzte Platz: Wähle Zitate, die in ein bis zwei Zeilen passen. Lange Textblöcke lassen sich im Lesezeichen-Format schlicht nicht unterbringen.

Achte auf eine ausreichende Schriftgröße – das Zitat muss auch bei gedämpftem Leselicht lesbar sein, also mindestens 12 pt, gerne größer. Kurze, prägnante Sätze wie „Manchmal findet man sein Glück dort, wo man es am wenigsten erwartet“ oder „Sie war Sturm und Stille zugleich“ wirken wunderbar. Lange, verschachtelte Sätze, die man zweimal lesen muss, dagegen nicht.

Wie du die besten Zitate aus deinem Buch findest und worauf du bei der Auswahl achten solltest, haben wir ausführlich in unserem Artikel zu Werbepostkarten beschrieben. Die gleichen Tipps gelten auch für Lesezeichen.

Illustrationen und Motive

Ein wunderschön illustriertes Lesezeichen ist ein echtes Sammlerstück – und genau das macht es so wirkungsvoll. Besonders beliebt sind Charakterillustrationen: deine Hauptfigur oder das Love Interest in einer ausdrucksstarken Pose. Wer eine Buchreihe schreibt, kann mit einer Lesezeichen-Serie den Sammeltrieb wecken – Leser:innen wollen dann alle Motive haben.

Auch atmosphärische Szenen machen sich auf Lesezeichen wunderbar: ein Schloss im Nebel, ein Wald im Mondlicht, eine stürmische See. Darüber hinaus sind zeitlose florale Elemente, Ranken und Ornamente oder abstrakte Designs mit Farbverläufen und Texturen eine gute Wahl, solange sie zur Stimmung deines Buchs passen. Achte darauf, dass das gewählte Motiv zum schmalen Hochformat passt – nicht jedes Bild lässt sich dafür gut zuschneiden.

Ein wichtiger Hinweis zum Copyright: Bevor du Elemente deines Buchcovers für das Lesezeichen verwendest, prüfe den Vertrag mit deinem/deiner Coverdesigner:in. Die Nutzungsrechte für Druckprodukte wie Lesezeichen sind nicht immer automatisch enthalten – das gilt besonders, wenn du einzelne Motive aus dem Cover herauslösen möchtest. Auch bei Stockfotos gelten die jeweiligen Lizenzbedingungen. Im Zweifel holst du dir schriftlich die Erlaubnis ein oder beauftragst deine:n Designer:in direkt mit der Gestaltung des Lesezeichens.

Papier und Druck: Stabilität zählt

Ein Lesezeichen wird ständig angefasst, herausgenommen, wieder eingelegt, in Taschen gesteckt und zwischen Buchdeckel geklemmt. Es muss einiges aushalten – deshalb ist die Materialwahl hier entscheidend.

Bei der Papierstärke solltest du mindestens 300 g/m² wählen, besser noch 350 g/m². Dünnes Papier knickt einfach zu schnell und sieht nach wenigen Einsätzen mitgenommen aus. Genauso wichtig wie die Papierstärke ist eine Laminierung: Eine matte oder glänzende Folienkaschierung schützt das Lesezeichen vor Abrieb und Feuchtigkeit und verlängert die Lebensdauer deutlich. Ohne diese Schutzschicht sieht dein Lesezeichen nach wenigen Wochen abgegriffen aus – und das willst du nicht, schließlich soll es möglichst lange als dein Botschafter unterwegs sein.

Als Material ist Bilderdruck der Standard: bewährt und günstig. Wer es haptisch interessanter mag, kann zu Naturpapier greifen – das hat eine angenehme Textur, ist aber weniger robust. Auch Leinen- oder Strukturpapier sorgt für einen edlen Look, liegt preislich aber höher.

Veredelungen

IHier müssen wir ehrlich sein: Anders als bei Postkarten bieten die meisten Online-Druckereien für das klassische Lesezeichen-Format keine Veredelungsoptionen wie partiellen UV-Lack oder Heißfolienprägung an. Das liegt schlicht am Format, denn Lesezeichen laufen in der Regel als Sonderformat und nicht als Standard-Druckprodukt.

Es gibt allerdings einen kreativen Workaround: Du kannst zwei Lesezeichen nebeneinander auf eine Postkarte im Format A6 oder größer drucken lassen – inklusive aller Veredelungen, die für Postkarten verfügbar sind. Anschließend schneidest du sie auseinander. Das funktioniert, erfordert aber sauberes Arbeiten beim Zuschnitt und ein Design, das die spätere Schnittkante von Anfang an berücksichtigt. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt davon ab, wie wichtig dir der Wow-Effekt bei der Veredelung ist.

Die gute Nachricht: Auch ohne professionelle Veredelung kannst du mit hochwertiger Laminierung (matt oder glänzend), kräftigem Papier und einem starken Design ein Lesezeichen gestalten, das sich edel anfühlt und aus der Masse heraussticht.

DIY-Veredelungen: Der persönliche Touch

Das Tolle an Lesezeichen ist, dass du sie nach dem Druck noch selbst verschönern kannst. Diese DIY-Extras kosten wenig, machen aber viel her und geben deinen Lesezeichen eine persönliche Note.

Abgerundete Ecken mit dem Eckenstanzer

Eckige Ecken können sich mit der Zeit aufbiegen und sehen dann schnell abgenutzt aus. Abgerundete Ecken wirken dagegen hochwertiger, fühlen sich angenehmer an und halten länger. Ein Eckenstanzer kostet ab ca. 5 € im Bastelladen oder online und ist denkbar einfach zu bedienen: jede Ecke einzeln hineinschieben, stanzen, fertig. Wähle einen Radius von 3 bis 5 mm für ein sauberes Ergebnis.

Natürlich kannst du die Ecken auch mit der Schere abrunden – achte dann aber besonders auf Gleichmäßigkeit. Nichts sieht schlimmer aus als schief geschnittene Rundungen. Der Zeitaufwand mit dem Stanzer ist minimal: ca. 2–3 Sekunden pro Ecke, bei 100 Lesezeichen bist du in einer halben Stunde durch.

Quasten und Bommeln: Das haptische Extra

Quasten (auch Tassels genannt) oder kleine Bommeln am oberen Ende des Lesezeichens sind ein absoluter Hingucker. Sie machen aus einem einfachen Lesezeichen ein kleines Schmuckstück und sorgen für den „Oh, wie hübsch!“-Effekt, wenn jemand es am Messestand in die Hand nimmt.

Die Umsetzung ist simpel: Stanze oder bohre ein kleines Loch am oberen Ende des Lesezeichens (ca. 5 mm Durchmesser, etwa 1 cm vom Rand entfernt), fädle die Quaste oder Bommel mit einem Band durch und verknote es auf der Rückseite.

Ganz wichtig dabei: Plane das Loch für die Quaste bereits beim Design mit ein! Wenn du das Loch erst nachträglich stanzt, kann es passieren, dass wichtige Elemente oder Wörter “durchbohrt” werden. Lass also an der entsprechenden Stelle genügend Freiraum.

Fertige Quasten bekommst du günstig im 50er- oder 100er-Pack in Bastelgeschäften oder online, rechne mit ca. 5 bis 10 Euro. Wähle Farben, die zu deinem Design passen, und kalkuliere etwa 30 Sekunden pro Lesezeichen für das Anbringen. Das eignet sich vor allem für kleinere Auflagen.

Weitere DIY-Ideen

Ein Streifen Washi-Tape am oberen oder unteren Rand kann ein schlichtes Lesezeichen schnell aufwerten – wähle Muster, die zu deinem Genre passen: Blumen für Romance, dunkle Muster für Thriller, Sterne für Fantasy. Auch kleine Stempel mit Herzen, Sternen oder deinem Logo sowie Sticker können individuelle Akzente setzen.

Der QR-Code: Auch hier unverzichtbar

Vergiss den QR-Code nicht! Auch wenn ein Lesezeichen weniger Platz bietet als eine Postkarte, sollte er nicht fehlen, denn er ist die Brücke zwischen dem Werbemittel in der Hand und deiner digitalen Präsenz.

Platziere ihn auf der Rückseite im unteren Drittel, so stört er nicht und ist trotzdem gut sichtbar. Achte auf eine ausreichende Größe von mindestens 1 x 1 cm und guten Kontrast zum Hintergrund, damit er problemlos gescannt werden kann. Verlinke ihn auf deine Website, eine Landingpage, deinen Newsletter oder direkt zum Buch im Shop. Hier gelten die gleichen Empfehlungen wie bei den anderen Werbemitteln.

Wiedererkennungswert und Marke

Dein Lesezeichen sollte auf den ersten Blick als Teil deiner Autor:innen-Marke erkennbar sein. Nutze dieselben Farben, Schriften und Stilelemente wie bei deinen anderen Werbemitteln und Buchcovern. 

Ein dezentes Autor:innen-Logo oder eine stilisierte Unterschrift kann den Wiedererkennungswert zusätzlich erhöhen. Diesen einheitlichen Look über alle Werbemittel hinweg aufzubauen, ist einer der wichtigsten Schritte für eine starke Autor:innen-Marke.

Kosten und Auflagen

Lesezeichen gehören zu den günstigsten Werbemitteln in der Produktion. Als Orientierung (Stand Anfang 2026): 100 Stück im Format 5 x 15 cm, 350 g/m², beidseitig bedruckt und einseitig matt laminiert, kosten bei Online-Druckereien wie WIRmachenDRUCK ca. 15 €. Für die DIY-Extras kommen einmalige Anschaffungskosten hinzu: ein Eckenstanzer liegt bei 5–10 € und ein 100er-Pack Quasten bei ca. 10–15 €.

Starte am besten mit einer überschaubaren Auflage und teste die Resonanz. Nachbestellen ist bei den meisten Druckereien problemlos möglich, und so vermeidest du, auf Bergen von Material sitzen zu bleiben, das vielleicht noch nicht ganz perfekt ist. Nach der ersten Messe weißt du besser, was gut ankommt, und kannst bei der nächsten Bestellung gezielt nachjustieren.

Häufige Fehler vermeiden

Auch beim Lesezeichen gibt es typische Stolperfallen. Der häufigste Fehler: zu viel auf zu wenig Fläche. Wer Cover, Klappentext, Autorenvita und QR-Code auf den schmalen Streifen quetscht, erreicht das Gegenteil von dem, was gewünscht ist: Statt Neugier entsteht Chaos.

Beim Material lohnt es sich nicht zu sparen. Wir haben es im Abschnitt zu Papier und Druck bereits betont: Zu dünnes, unlaminiertes Papier sieht nach wenigen Wochen mitgenommen aus und repräsentiert dich nicht gut.

Fazit: Kleine Fläche, große Wirkung

Ein Lesezeichen ist mehr als ein Stück Papier, das die Seite markiert – selbst wenn es in der Praxis manchmal doch der Kassenzettel ist, der diesen Job übernimmt. Ein schön gestaltetes Lesezeichen ist ein Sammlerstück, ein kleines Kunstwerk, das Leser:innen aufbewahren und immer wieder zum passenden Buch hervorholen. Mit einem durchdachten Design, hochwertigen Materialien und vielleicht dem einen oder anderen DIY-Extra schaffst du ein Werbemittel, das gerne mitgenommen, gesammelt und behalten wird.


Du möchtest mehr über Werbematerial für Buchmessen erfahren? Lies auch unseren Überblicksartikel „Werbematerial, das wirkt: So bleibst du Messebesucher:innen im Gedächtnis“ und unsere Tipps zu Postkarten und Leseproben!


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