Deutsche Literaturfonds Förderung nicht für Selfpublisher

Durch die Pandemie sind kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Messen, aber auch der stationäre Buchhandel beeinträchtigt. Autor:innen fehlen dadurch Honorare und die Aufmerksamkeit, die sie sonst durch solche Events erhalten hätten. Im Förderprogramm „Ausgefallen!“ der Deutschen Literaturfonds sollen Autor:innen bis zu 4.000 Euro erhalten, um diesen Verdienstausfall auszugleichen. Klingt erstmal gut, aber: Das gilt nicht für solche, die im Eigenverlag veröffentlicht haben. 

Wir haben uns, ebenso wie der Uschtrin Verlag, mit einem Schreiben an die Deutschen Literaturfonds gewandt und um Stellungnahme gebeten. 

Wir sind gespannt auf die Antwort, warum Selfpublisher:innen hier ausgeschlossen werden.  Immerhin haben gerade wir höhere Ausgaben als Verlagsautor:innen und nicht wenige von uns bestreiten damit ihr Haupteinkommen. 

 Folgende Stellungnahme haben wir an den Deutschen Literaturfonds gerichtet:  

Sehr geehrte Damen und Herren,   

wir nehmen Bezug auf die Autoren-Sonderförderung „Ausgefallen!“ unter https://deutscher-literaturfonds.de/neustart-kultur/autoren-sonderfoerderung-ausgefallen/   

Unter Punkt „2. Zuwendungsempfänger“ heißt es explizit „Publikationen im Eigenverlag sind ausgeschlossen“.
Dieser Ausschluss ist unseres Erachtens eine ungerechtfertigte Diskriminierung von unabhängigen Autoren und Autorinnen.
Die Förderung bezieht sich ausnahmslos auf „Autoren, die (…) in einem Verlag veröffentlicht haben“. Gefördert werden also Autoren, nicht Verlage.   

Hierzu erlauben wir uns festzustellen, dass Selfpublisher im Vergleich zu Verlagsautoren über umfangreichere Kenntnisse verfügen müssen. Selfpublisher sind nicht nur Autoren, sondern zugleich selbständige Unternehmer mit allen damit verbundenen Aufgaben und Pflichten. Während Verlagsautoren „nur“ schreiben, sich darüber hinaus aber um nicht viel zu kümmern brauchen, müssen sich Selfpublisher mit Coverdesignern, Lektoren, Buchsetzern und Druckereien auseinandersetzen, ganz zu schweigen von den buchhalterischen und steuerlichen Verpflichtungen.   

Zudem steht ein Selfpublisher, der darüber hinaus die weiteren Anforderungen an die Bewerbung erfüllt (Mitglied der Künstlersozialkasse oder mind. 50% der Einnahmen aus literarischer Tätigkeit, honorierte Veranstaltungen oder Lesungen), einem Verlagsautor in nichts nach. Selfpublisher sind ebenso professionell tätige Künstler, die ihren Lebensunterhalt durch das Schreiben und durch Lesungen bestreiten.   

Erfolgreiche Selfpublisher zahlen vielfach mehr Steuern als so mancher Verlagsautor. Die Fördergelder stammen aus Steuermitteln. Selfpublisher auszuschließen ist deshalb unangebracht.   

Gegen den Ausschluss von professionellen und etablierten Selfpublishern aus der Autoren-Sonderförderung „Ausgefallen!“ protestieren wir deshalb vehement. Wir wehren uns auch gegen die Bezeichnung der Förderung als „Autoren-Sonderförderung“. Eine echte Autoren-Förderung würde unabhängige Autoren und Autorinnen nämlich nicht ausschließen!   

Wir bitten um eine ausführliche Stellungnahme zu unseren Ausführungen und weisen darauf hin, dass wir diese unseren über 900 Verbandsmitgliedern zur Kenntnis bringen werden, ggf. auch öffentlich.   

 


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