Meet & Greet Tisch auf der LBM

Meet & Greet am Verbandsstand – Teil 2: Best Practice – Tipps und Beispiele

In Teil 1 haben wir geklärt, was dich am Verbandsstand erwartet, wie der Buchverkauf funktioniert und welche Regeln du kennen musst.
Jetzt wird es kreativ: Wie verwandelst du einen Stehtisch am Messestand in einen Ort, an dem Messebesucher:innen stehenbleiben, ins Gespräch kommen und sich nach dem Meet & Greet an dich erinnern? In diesem zweiten Teil teilen wir erprobte Ideen, kreative Beispiele und Tipps von Autor:innen, die am Verbandsstand schon alles Mögliche ausprobiert haben – von Badesalz-Tütchen bis zum Plüschdrachen auf der Schulter.

Der Tisch: Dein kleines Schaufenster

Du hast keinen ganzen Messestand – du hast einen (meist runden) Stehtisch mit ca. 70 cm Durchmesser. Das klingt nach wenig, aber wenn du den Platz klug nutzt, reicht er vollkommen aus. Denke an deinen Tisch wie an ein Schaufenster: Er soll neugierig machen, einladend wirken und auf einen Blick zeigen, wer du bist und was du schreibst.

Verwende die Pfeiltasten nach oben und unten, um die Größe des Metabox-Bereichs anzupassen.

Verwende die Pfeiltasten nach oben und unten, um die Größe des Metabox-Bereichs anzupassen.

Ein eigener Tischläufer oder Deckchen in deinen Brandfarben ist optional, aber wirkungsvoll. Die Stehtische am Verbandsstand sind bereits mit einer weißen Husse und einem Tischdeckchen ausgestattet, sehen also keineswegs nackt aus. Wenn du aber möchtest, kannst du zusätzlich einen farbigen Tischläufer oder ein kleines Deckchen in deinen Brandfarben darüberlegen. Das ist kein Muss, aber es signalisiert auf einen Blick: Hier hat sich jemand Gedanken gemacht. Abgestimmt auf dein Coverdesign oder dein Autorinnen-Branding sieht der Tisch sofort nach dir aus.

Buchaufsteller für deine Titel. Ein oder zwei Bücher aufrecht präsentiert, sodass das Cover zur Laufrichtung der Messebesucher:innen zeigt, ziehen den Blick an. Kleine Acryl-Buchstützen oder Tellerständer bekommst du für wenige Euro und sie halten die Bücher schön sichtbar.

Ein kleines Schild oder ein Aufsteller mit deinem Namen, dem Buchtitel und vielleicht einem kurzen Satz wie „Signierung & Gespräch“, „Frag mich nach meiner Geschichte“ oder “Ich lese dir gerne etwas aus meinem Buch vor – sprich mich einfach an”. Ein A4- oder A5-Aufsteller in einem Bilderrahmen oder auf einer kleinen Staffelei ist platzsparend und fällt trotzdem ins Auge. Manche Autor:innen nutzen auch ein Tischbanner – ein bedruckter Stoffstreifen, den du über die weiße Husse vorne an den Stehtisch hängen kannst. Es gibt sie online ab ca. 15–20 €.

Ein Buchcover-Aufsteller aus Pappe – quasi dein Cover in Groß, zum Hinstellen. Manche Druckereien bieten das als Sonderformat an, du kannst es aber auch selbst basteln: Cover auf dicke Pappe kleben und eine Stütze hinten drankleben. Funktioniert und kostet fast nichts.

Goodies und Werbematerial hübsch arrangiert statt wild verteilt. Lesezeichen, Postkarten, Visitenkarten, Sticker – alles, was Messebesucher:innen mitnehmen können, sollte einladend und geordnet aussehen. Ein kleiner Korb oder eine Schale für Streumaterialien wirkt oft einladender zum Hingreifen als ein loser Stapel.

So kommst du ins Gespräch

Die härteste Nuss beim Meet & Greet ist nicht der Aufbau oder die Deko – es ist die Frage, wie du Messebesucher:innen dazu bringst, stehenzubleiben. Auf einer Buchmesse laufen tausende Menschen vorbei, alle mit vollen Taschen und einem engen Zeitplan. Du hast vielleicht zwei Sekunden, um ihren Blick einzufangen.

Steh auf, wenn möglich. Ein Hocker ist bequem (und vor allem nach einem schon langen Messetag sehr einladend), aber wer sitzt, wirkt passiv. Steh zumindest zu Beginn deines Slots und wenn gerade niemand am Tisch ist. Stehend bist du auf Augenhöhe mit den Vorbeigehenden, wirkst offener und zugänglicher.

Blickkontakt und ein Lächeln – so banal es klingt, das ist der wichtigste Türöffner. Schau nicht auf dein Handy, nicht auf den Tisch, und auch nicht wie sieben Tage Regenwetter. Schau auf die Menschen, lächle, strahle Offenheit auch mit deiner Körpersprache aus. Ein freundliches „Magst du Fantasy?“ oder „Liest du gerne Liebesromane?“ in Richtung einer Person, die langsamer wird, ist kein aggressives Verkaufen, sondern eine Einladung zum Gespräch.

Süßigkeiten auf dem Tisch sind ein unterschätzter Magnet. Eine Schale mit Bonbons oder kleinen Schokoladetäfelchen bringt Menschen dazu, kurz stehen zu bleiben – und wer stehen bleibt, kann angesprochen werden. Wähle Süßigkeiten, die zu deinem Genre passen, wenn du magst: rote Herzen für Romance, saure Totenkopf-Bonbons für Horror, Glückskekse für Wohlfühlbücher. Das ist ein wunderbarer Gesprächseinstieg.

TIPP: Bastle Banderolen mit deinem Buchcover oder deinem Autor:innenlogo, die du um kleine Schokoladentäfelchen wickelst oder lass dir Sticker drucken, die du auf die Süßigkeiten kleben kannst. So bleibst du in süßer Erinnerung.

Interaktive Elemente am Tisch funktionieren erstaunlich gut. Ein Trope-Orakel zum Beispiel: Ein Glas voller gefalteter Zettel, auf denen jeweils ein Trope oder eine Buchempfehlung steht, und Messebesucher:innen dürfen blind ziehen. Oder ein Glücksrad (gibt es als Mini-Tischvariante), bei dem man Goodies gewinnen kann. Auch ein kleines Gewinnspiel mit Losen ist ein bewährter Publikumsmagnet – wer ein Los zieht, gewinnt vielleicht ein signiertes Buch, ein Lesezeichen oder ein anderes Goodie. Das bringt Leute an den Tisch und gibt dir die Chance, ins Gespräch zu kommen.

Nutze die Gelegenheit auch, um eine Liste auszulegen für deinen Newsletter, für Buchbestellungen nach der Messe oder für beides. Wer sich einträgt, bleibt mit dir in Kontakt, auch wenn er oder sie nicht sofort ein Buch kauft. Ein Klemmbrett mit einem hübschen Formular reicht vollkommen aus. Das ist einer der nachhaltigsten Effekte eines Meet & Greets: Kontakte, die über die Messe hinaus bestehen bleiben.

Wichtig bei der Newsletter-Liste: Double-Opt-in nicht vergessen.
Wenn du auf der Messe eine Liste für deinen Newsletter auslegst, reicht die Eintragung vor Ort allein rechtlich nicht aus. Nach der DSGVO brauchst du ein sogenanntes Double-Opt-in-Verfahren – das bedeutet, dass die Person nach der Eintragung auf deiner Liste noch einmal per E-Mail bestätigen muss, dass sie deinen Newsletter wirklich erhalten möchte. Erst nach dieser Bestätigung darfst du ihr E-Mails schicken. Am besten weist du direkt auf dem Formular darauf hin, zum Beispiel mit einem kurzen Satz wie: „Du erhältst nach der Messe eine Bestätigungsmail – bitte klicke den Link darin an, damit ich dir meinen Newsletter schicken darf.“ So wissen deine neuen Kontakte Bescheid und die Bestätigungsrate ist deutlich höher, als wenn die Mail unerwartet im Postfach landet. Trage die gesammelten Adressen nach der Messe zeitnah in dein Newsletter-Tool ein, damit die Bestätigungsmail kommt, solange die Erinnerung an die Begegnung noch frisch ist.

Kleine Streuartikel wie Kugelschreiber, Sticker, Buttons oder Magnete mit deinem Coverdesign oder einem Zitat aus deinem Buch ziehen ebenfalls Blicke an. Die Investition ist gering, der Effekt groß: Wer etwas in die Hand nimmt, bleibt automatisch ein paar Sekunden stehen.

Thematische Deko: Lass dein Buch lebendig werden

Gegenstände aus deinem Buch als Deko können den Tisch zum Hingucker machen. Eine einzelne Rose für den Liebesroman, ein Kompass für die Abenteuergeschichte, ein alter Schlüsselbund für den Mystery-Thriller, ein kleiner Kessel für die Fantasy-Hexe – solche Requisiten erzählen eine Geschichte, noch bevor du ein Wort gesagt hast. Sie sind perfekt, weil Messebesucher:innen neugierig fragen: „Was hat es damit auf sich?“ Und schon bist du mitten im Gespräch über dein Buch.

Achte allerdings bei Deko wie Schwertern oder anderen außergewöhnlichen Gegenständen auf die Eingangskontrolle der Messe – kläre im Zweifel vorher, ob dein Requisit durchgelassen wird.

Giveaways 

Postkarten und Lesezeichen sind wunderbar (und wir haben in unserer Blogreihe ausführlich darüber geschrieben). Aber manchmal sind es die ungewöhnlichen Goodies, die am meisten in Erinnerung bleiben. 

Wir haben am Verbandsstand schon vieles gesehen: Autor:innen, die passend zum Buch kleine Tee-Proben verschenkt haben, Badesalz-Tütchen mit einem Zitat auf dem Etikett, Saatgut-Tüten, Schokoladentafeln mit Banderole im Buch-Design oder selbstgemachte Duftkerzen. 

Solche Goodies kosten pro Stück wenig, fühlen sich aber wertiger an als ein Sticker – und sie erzählen etwas über dein Buch und über dich. Wenn du sie nicht wahllos verschenken magst, biete sie als kleines Zusatz Gimmick an, wenn jemand dein Buch kauft..

Sonderausgaben oder limitierte Extras

Sonderausgaben können ein starker Anreiz sein, genau hier und jetzt zu kaufen. Eine limitierte Ausgabe, die es nur am Messestand gibt – zum Beispiel mit farbigem Buchschnitt, einem speziellen Schutzumschlag oder einem Page-Overlay haben magische Anziehungskraft auf bestimmte Zielgruppen wie beispielsweise die Romance- und Fantasyleser:innen.. Kommuniziere den Verkauf vorher über Social Media, damit deine Fans wissen, dass es dieses Goodie nur auf der Messe gibt.

Cosplay und Verkleidung: Auffallen erlaubt

Wenn es zu dir und deinem Genre passt, kann ein Cosplay oder eine Verkleidung passend zu deinem Buch ein absoluter Showstopper sein. Auf Buchmessen ist Cosplay verbreitet und wird von Besucher:innen begeistert aufgenommen. Wenn du als deine eigene Protagonistin am Stand stehst, als viktorianische Adlige, als Elfenkriegerin oder mit dem Detektivmantel deines Ermittlers – dann bleiben Leute allein deshalb stehen, weil sie ein Foto machen wollen. Und aus einem Foto wird ein Gespräch, und aus einem Gespräch wird vielleicht ein Buchverkauf.

Du musst dafür kein aufwändiges Kostüm basteln. Manchmal reicht ein gezielt gewähltes Accessoire: ein Umhang, ein Hut, ein historisches Kleidungsstück, eine markante Halskette, die im Buch eine Rolle spielt. Hauptsache, es ist ein visueller Anker, der neugierig macht.

Und dann gibt es die Auftritte, die wirklich im Gedächtnis bleiben: Autor:innen, die mit einem Plüsch-Raben oder einem Stoffdrachen auf der Schulter am Tisch standen – passend zu einem Charakter oder magischen Begleiter aus ihrem Buch. Das klingt verrückt, funktioniert aber fantastisch. Messebesucher:innen bleiben stehen, lachen, machen Fotos, fragen nach – und genau diese Momente machen ein Meet & Greet unvergesslich. Du musst nicht gleich einen lebensgroßen Werwolf aufbauen (dafür reicht der Platz auch nicht), aber ein auffälliges Detail auf der Schulter, am Handgelenk oder neben dem Buchaufsteller kann Wunder wirken.

Wenn Verkleidung nicht dein Ding ist: Auch ein einheitliches Outfit in deinen Brandfarben oder ein T-Shirt mit deinem Buchcover oder einem QR-Code auf dem Rücken, der zu deiner Website führt, wirkt professionell und aufmerksamkeitsstark – ganz ohne Cosplay.

Was erfahrene Autor:innen anders machen

Wer schon mehrere Meet & Greets hinter sich hat, weiß: Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen.

Erfahrene Autor:innen fokussieren sich auf Gespräche, nicht auf Verkäufe. Wer mit echtem Interesse fragt: „Was liest du gerade?“ oder „Welches Genre magst du am liebsten?“, baut eine Verbindung auf. Der Verkauf kommt dann oft von allein oder eben danach, über Social Media und den Onlineshop.

Sie bringen weniger Bücher mit, aber mehr Persönlichkeit. Lieber fünf Bücher und dafür eine toll dekorierte Tischplatte, ein interaktives Element und Zeit für jede:n Einzelne:n, als zwanzig Bücher gestapelt und keine Zeit zum Reden.

Sie dokumentieren ihren Slot. Ein kurzes Selfie am Stand, eine Story mit den Fans, ein Dankespost am Abend – das verlängert dein Meet & Greet über die 45 Minuten hinaus in die digitale Welt. 

Sie tauschen sich aus. Wenn du einen Slot vor oder nach einem anderen Verbandsmitglied hast, lernt ihr euch kennen. Vielleicht teilt ihr sogar Goodies oder empfehlt euch gegenseitig weiter. Buchmessen sind Community-Events – nutze das!

Häufige Fehler

Passiv hinter dem Tisch sitzen und darauf warten, dass jemand von selbst kommt.
Den Tisch überladen statt gezielt dekorieren.
Süßigkeiten vergessen – klingt banal, ist aber einer der einfachsten Wege, um das Laufpublikum anzulocken.
Den Aufbau nicht vorher geübt haben und dann fünf wertvolle Minuten mit Suchen verbringen.
Und: das Meet & Greet nur als Verkaufsevent betrachten statt als Begegnung

Checkliste für den kreativen Auftritt

Optional:
eigener Tischläufer in Brandfarben
Buchaufsteller oder Buchstützen
kleines Namensschild oder Aufsteller (A5 oder A4 im Bilderrahmen oder auf Mini-Staffelei) Süßigkeiten
Newsletter-Liste oder Bestellformular auf Klemmbrett
Goodies (Postkarten, Lesezeichen, Charakterkarten, Sticker)
beschreibbare Etiketten für Fans, die ihr Buch nicht dabeihaben
Gewinnspiel-Lose
Orakelglas
thematische Deko-Gegenstände aus dem Buch
kleine Giveaways (Tee, Badesalz, Saatgut etc.)
Streuartikel (Kugelschreiber, Buttons, Magnete)
Cosplay-Accessoire oder Requisiten.

Und nicht vergessen am allerwichtigsten: ein Lächeln und gute Laune.

Fazit: Dein Slot, dein Auftritt

Ein Meet & Greet am Verbandsstand ist mehr als ein Signierslot. Es ist deine Bühne – 45 Minuten, in denen du zeigst, wer du bist, was du schreibst und warum man deine Bücher lesen sollte. Mit einer liebevollen Tischdeko, einem offenen Lächeln, ein paar Süßigkeiten und den richtigen Ideen verwandelst du dein Meet & Greet in ein Erlebnis, an das sich Messebesucher:innen erinnern.

Du möchtest mehr über Werbematerial für Buchmessen erfahren? Lies auch unsere Tipps zu Postkarten, Lesezeichen und Leseproben – und unseren Überblicksartikel „Werbematerial, das wirkt: So bleibst du Messebesucher:innen im Gedächtnis„.

Alle organisatorischen Infos, Regeln zum Buchverkauf und die Packliste findest du in Teil 1: Was dich erwartet und was du wissen musst.

Christina Amalia Loböck

Jetzt teilen auf:



Selfpublishing-News

Du möchtest keinen Blogbeitrag mehr verpassen? Dann melde dich für unsere Selfpublishing-News an und erhalte einmal im Monat ein Update, was es Neues in der Buchbranche gibt und lass dich über neue Artikel im Blog informieren. Als Willkommensgeschenk erhältst du außerdem die 10 ultimativen Erfolgsgeheimnisse unserer Mitglieder von uns.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert