Statistiken mit Lupe

Auswertung der Selfpublisher-Umfrage 2026 Teil 2

Die Selfpublisher-Umfrage wurde ausgewertet von Melissa Ratsch.

Im ersten Blogbeitrag haben wir uns mit der Auswertung aller Ergebnisse der Selfpublisher-Umfrage 2026 befasst. Wie angekündigt betrachten wir in der „Best Practice“-Auswertung nur die Antworten der Teilnehmenden, die angaben, einen monatlichen Umsatz von mehr als 2.500 € zu haben.

Wichtig:

Beim Lesen dieses Beitrags sollte immer der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität beachtet werden! Korrelation zeigt Zusammenhänge zwischen Variablen, während Kausalität einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang beschreibt. Korrelation bedeutet nicht automatisch Kausalität!

Das Beispiel „Katzenhalter“ und „Bücherwurm“ verdeutlicht das.

Beobachtung: Menschen, die viele Bücher lesen, besitzen überdurchschnittlich oft Katzen. 

Korrelation: Beide Dinge treten gemeinsam auf. 

Aber keine Kausalität: Das Hobby „Lesen“ führt nicht dazu, dass man eine Katze kauft und gleichzeitig macht der Besitz einer Katze einen nicht automatisch zum Bücherwurm. 

Wahrscheinlicher Grund: Beide Gruppen verbringen gern Zeit zuhause und mögen ruhige Hobbys. Das ist ein gemeinsamer Lebensstilfaktor, kein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.

Also nur, weil die Antworten hier in eine vermeintliche Richtung für den finanziellen Erfolg zeigen, muss das nicht automatisch bedeuten, dass eine Nachahmung ebenfalls zu vielen Buchverkäufen führt. Dennoch können die Auswertungen Hinweise und Ideen geben, wie der Traum „vom Schreiben leben“ gelingen könnte.

Datengrundlage

Insgesamt 95 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Umfrage gaben an, dass sie einen durchschnittlichen monatlichen Umsatz von 2.500 € oder mehr erzielen. Das ist ein gewaltiger Sprung zu 2025, da waren es nur 56 Selfpublisher (bei einer Grenze von 2.000 €).

Um im folgenden Artikel nicht immer zu schreiben „Autorinnen und Autoren, deren monatlicher Durchschnittsumsatz bei 2.500 € oder mehr lag“, sprechen wir der Einfachheit halber bei dieser Personengruppe von „Profis“. Das soll aber natürlich nicht andeuten, dass die Selfpublisher mit einem geringeren Monatsumsatz nicht auch professionell arbeiten. Auch wurden nicht alle Fragen ausgewertet, da nicht alle einen Mehrwert für diesen Artikel boten.

Allgemeines

Wie auch bei der allgemeinen Auswertung starten wir mit der Dauer der Selfpublishingtätigkeit.

78 % der Profis sind seit sechs Jahren oder länger mit dabei. Das wäre ein Hinweis darauf, dass der Erfolg im Selbstverlag seine Zeit braucht – nicht nur, um eine Fanbase aufzubauen, sondern auch um eigene Arbeitsabläufe zu professionalisieren und das nötige Wissen für den Erfolg aufzubauen.

Die Hauptgründe für den Veröffentlichungsweg über den Selbstverlag lassen sich mit einem Wort zusammenfassen: Kontrolle

Sei es über die Kreativität (Platz 1), der Veröffentlichungszeitpunkt (Platz 3) oder auch die schnellere Veröffentlichungsmöglichkeit (Platz 4). Auf Platz 2 stand zudem noch die höheren Verdienstmöglichkeiten. 

Den Hybrid-Weg im Veröffentlichen gehen 40 % der Profis (2024: 50 %; 2025: 36 %). Lediglich 8 % sind aktuell noch reine Selfpublisher, würden aber gerne einmal in einem Verlag veröffentlichen.

Bei den Pseudonymen zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen Allgemeiner Auswertung und den Profis: 73 % der gutverdienenden Selfpublisher haben mindestens ein Pseudonym. Sie veröffentlichen also nicht (nur) unter ihrem Klarnamen. Obwohl die Frage nicht Teil des Fragebogens war, ist sehr wahrscheinlich, dass die Profis für unterschiedliche Genres jeweils ein eigenes Pseudonym verwenden – ähnlich wie im klassischen Verlagswesen üblich.

Auch bei der neuen Frage zur Künstlersozialkasse (KSK) unterscheiden sich die Profi-Antworten. Über die Hälfte bezieht entweder schon Gelder von der KSK oder ist kurz davor. Dieses Ergebnis zeigt deutlich, dass diese Autor*innen entweder nur vom Schreiben leben oder zumindest sehr viel weniger Einkommen aus anderen Quellen beziehen.

Werke der Teilnehmenden

Die Skala für die Anzahl der bereits veröffentlichten Titel wurde in der aktuellen Umfrage nicht zuletzt auf Drängen der Profis erweitert – zurecht, wie man an der Grafik sieht. 23 % der Profis haben ein Portfolio von 51 Bücher oder mehr (Respekt!). Insgesamt 82 % haben elf oder mehr Titel. Ein hoher Output, der sicherlich eine große und treue Fanbase generiert und damit einhergehend konstante (hohe?) Umsätze.

Wie auch 2025 haben sich für 2026 die Top 3 der Hauptgenres nicht geändert: Liebesromane, Krimi und Fantasy stehen an der Spitze. Die Kategorie Sach- und Fachbücher rutschte dagegen von Platz 4 auf Platz 7 ab. Die Beliebtheit der drei Spitzen-Genres (sowohl bei Lesenden als auch Schreibenden) zeigt aber auch, wie groß hier die Konkurrenz ist.

Bei der Frage nach weiteren Genres zeigt sich auch, dass 23 % der Profis sich ganz auf ihr Hauptgenre konzentrieren. Danach folgen sofort wieder Liebesromane, dann Thriller, Fantasy und dann die Kategorie „anderes Genre“. Interessanterweise taucht der Krimi bei den weiteren Genres nicht auf, obwohl dieses die zweitbeliebteste Hauptkategorie war.

Bei der Frage nach der konkreten Anzahl der Genres haben 27 % an, nur eines zu bedienen – was nicht so ganz zu der Frage nach den Zusatzgenres passt. Vier Autor*innen haben da wohl ihre Meinung nochmal geändert.

Eine neue Frage in 2026 bezog sich auf die Veröffentlichung von Einzeltiteln oder Reihen/Serien.

Hier zeigt sich sehr deutlich, dass die Profi-Selfpublisher deutlich mehr Reihen und Serien veröffentlichen (72 %). Ein solches Konzept bindet natürlich Lesende, so dass nicht mit jedem Buch „von Null“ mit dem Marketing angefangen werden muss. Nur 15 % veröffentlichen überwiegend Einzeltitel.

Finanzen

Bei dem entscheidenden Kriterium für diesen Artikel teilt sich das Feld knapp in der Mitte. 44 % der Profis versammeln sich im Bereich 2.500 bis 4.999 €. Die restlichen 56 % verteilen sich auf die Umsatzsparten mit 5.000 € oder mehr im Monat (2025: 63 % mit 4.000 € oder mehr).

Die Frage nach den Kosten einer Buchveröffentlichung ist sehr interessant beantwortet worden.

Lediglich 32 % der Profis geben 2.000 € und mehr pro Buchveröffentlichung aus – das könnte, je nach Länge der Bücher, knapp werden für ein professionelles Lektorat plus Cover. Alles unter 1.000 € jedoch kann kaum mit Lektorat veröffentlicht werden. Dort tummeln sich 38 % der Profis (2025: 30 %). 

Für alle, die am Anfang ihrer Selfpublisher-Karriere stehen:

Bitte nehmt euch das nicht zum Vorbild! Ein Lektorat ist die beste und nachhaltigste Art und Weise, wie man als Autor*in für das eigene Schreiben dazu lernt. Ja, es ist viel Geld, aber man sollte diese Ausgabe eher als Investition sehen, als als reinen Kostenfaktor.

Veröffentlichungen

Das eBook ist und bleibt das wichtigste Medium im Selfpublishing.

94 % der Profis veröffentlichen ihre Bücher immer digital, das ist kaum ein Unterschied zu den Vorjahren (2025: 93 %, 2024:95 %). Im Anschluss folgt das Taschenbuch, dann mit etwas mehr Abstand das Hörbuch und Schlusslicht bildet das Hardcover. 

Wenig überraschend: Den höchsten Umsatz haben die Profis in 2025 mit eBooks erzielt (76 %). Erst mit deutlichem Abstand danach kommen die Taschenbücher (15 %).

Der Beliebteste Dienstleister für die eBook-Veröffentlichung ist abermals Amazon KDP. 94 % veröffentlichen beim Großen A, gefolgt von tolino media (31 %) und mit sehr viel Abstand dann BoD auf Platz 3 (6 %). Der Übersicht halber wurde die Liste auf die meistgenannten Dienstleister eingedampft – so fällt tredition, die 2025 noch auf Platz 3 landeten, in diesem Jahr wieder raus (ähnlich zu 2024).

Passend zu der allgemeinen Beliebtheit bei Amazon für die Veröffentlichung von eBooks, nehmen 83 % der Profis an der Leseflatrate „KDP Select“ teil (2025: 71 %). Die OnLeihe und Skoobe haben die Plätze getauscht, so dass das Programm der Bibliotheken im Vergleich zu 2025 auf den dritten Platz gerutscht ist. 

15 % der Profis lassen die Finger von Leseflatrates (2025: 18 %; 2024: 12 %).

Dieses Jahr wurden die beliebtesten Preise für die eBooks bei der Umfrage zusammengefasst – und bestätigen abermals, dass ein eBook von den Selfpublishing-Profis meistens zwischen 3,00 und 4,99 € kostet (2026: 79 %; 2025: 57 % kombiniert). Die zweithäufigste Preiskategorie (32 %) waren 5,00 bis 6,99 €. Lediglich 28 % der gutverdienenden Selfpublisher verkaufen ihre digitalen Bücher für 2,99 € oder weniger. Die Frage schloss ausdrücklich Preisaktionen aus und es konnten mehrere Antworten ausgewählt werden.

Die meisten Selfpublisher setzen für unterschiedliche Genres keine unterschiedlichen Preise an (57 %).

Kombinieren wir die meistgenannten eBook-Preise mit den beliebtesten Genres, ergibt sich folgende Preisstrukturen: Liebesromane und Krimis werden am häufigsten für 3,00 – 4,99 € verkauft, während die Fantasyromane zumeist in der günstigeren Kategorie von 1,00 – 2,99 € landeten. Was in der Hinsicht überraschend ist, dass es bisher Genretypisch üblich war, Fantasyromane teurer zu verkaufen (komplexere Handlung und längere Bücher).

Break-Even-Point

Wollen wir für die Top-3-Genres den Break-Even-Point berechnen – der Punkt, an dem die Ausgaben von den Einnahmen ausgeglichen werden – ergibt sich für die Genres folgende Zahlen:

Liebesromane: 400 eBooks
Prozentual am häufigsten belaufen sich die Ausgaben pro Buchveröffentlichung auf 1.000 – 1.999 €. Angenommen wurde die höchste Ausgabe und gleichzeitig der höchste Preis (1.999 € Ausgaben; 4,99 € eBook-Preis).

Kriminalromane: 20 oder 400 eBooks
Prozentual am häufigsten belaufen sich die Ausgaben pro Buchveröffentlichung entweder auf unter 100 € oder 1.000 – 1.999 €. Angenommen wurde die höchste Ausgabe und gleichzeitig der höchste Preis (100 € Ausgaben und 2.999 €; 4,99 € eBook-Preis).

Fantasyromane: 668 oder 1.003 eBooks
Prozentual am häufigsten belaufen sich die Ausgaben pro Buchveröffentlichung auf 1.000 – 1.999 € sowie 2.000 – 2.999 €. Angenommen wurde die höchste Ausgabe und gleichzeitig der höchste Preis (1.999 € Ausgaben und 2.999 €; 2,99 € eBook-Preis).

Natürlich gelten diese Zahlen nur für die eBook-Verkäufe – wohlwissend, dass in allen drei Genres auch Taschenbücher, Hörbücher und Hardcover verkauft werden oder an Leseflatrates teilgenommen wird.

Binden sich Autor*innen mit ihren Titeln exklusiv an Amazon und nutzen die Leseflatrate KDP Select, dann haben sie die Chance auf einen Amazon-Bonus. 75 % der Profis durften sich im Befragungszeitraum über diese Zusatzeinnahme freuen. Das zeigt deutlich, wie entscheidend Amazon für die Einkünfte der meisten Profi-Selfpublisher ist. Fluch und Segen zugleich, denn eine solche Abhängigkeit bringt natürlich auch das ein oder andere Risiko mit sich (z.B. technische Probleme beim Release killen die Reichweite, ein Bann von der Plattform ist Existenzgefährdend)

Ähnlich hoch sind die Zahlen der Profis mit mehr als 1.000 Followern auf Amazon (74 %). Fast 40 % haben sogar mehr als 5.000 Follower. Das bedeutet gleichzeitig eine kostenlose Werbemail an unzählige Fans, wenn ein neues Buch erscheint.

Nummer eins für die Erstellung von physischen Exemplare ist und bleibt Print on Demand.

Die Antwortmöglichkeit „Beides, abhängig vom Buchprojekt“ ist neu und differenziert die Auswertung weiter. 31 % der Profis entscheiden sich demnach aktiv jedes Mal, wenn sie ein Buch veröffentlichen, ob das Print im Print on Demand Verfahren oder dem Auflagendruck produziert wird.

Ein weiterer Blick auf die beliebtesten Genres bei den Profis zeigt, dass Krimi-Autorinnen am häufigsten mit Print on Demand veröffentlichen, während Liebesromane und Fantasy auch eine Tendenz zu Print on Demand aufweisen, aber die Autorinnen hier die Veröffentlichungsart vom Buchprojekt abhängig machen.

Keine Überraschungen bei der Frage nach dem beliebtesten PoD-Anbieter: Platz 1 Amazon KDP, Platz 2 tolino media und Platz 3 BoD (2025: gleich; 2024: #2 BoD, #3 tolino media).

Die Profi-Selfpublisher, die ihre Prints per Auflagendruck erstellen, lassen in 33 % der Fälle ihre Prints über einen Verlagsauslieferungsdienst vertreiben (2025: 36 %). Gleich danach folgen Buchmessen (28 %) und der eigene Buchshop (21 %).

Bei der Frage nach den Veredelungen wurden nur die Top-5-Antworten für den Artikel benutzt – und die Antwortmöglichkeit „Ich veredle meine Prints nicht“. Diese wurde gleichzeitig von über der Hälfte der Teilnehmenden ausgewählt (57 %; 2025: 64 %). Diese Auswertung lässt darauf hoffen, dass Erfolg im Buchbusiness nicht zwingend von einer üppigen Buchausgestaltung abhängt.

Bei den beliebtesten Verschönerungen landet der Farbschnitt abermals auf Platz 1, genauso unverändert beliebt sind Folierungen. Die Overlays hingegen sind von Platz 6 auf Platz 3 gewandert.

Um die eigenen Werke zu vertonten und zu veröffentlichen, arbeitet der Großteil der Profis wie auch im Vorjahr mit Hörbuchverlagen zusammen. Der Anteil derer, die gar keine Hörbücher veröffentlichen ist im Vergleich zur letzten Umfrage jedoch gesunken: Waren es 27 % noch ohne Ton-Version, sind es 2026 noch 15 % der Profis ohne Hörbücher.

Auch neu war in diesem Jahr die Frage nach den Übersetzungen.

56 % der Profis lassen ihre Bücher nicht übersetzen. Von denen, die die Frage mit „Ja“ beantwortet haben, lassen 32 % selbst von einem Profi übersetzen, 22 % lassen die KI ran und die restlichen Profis haben ihre Übersetzungsrechte an einen Verlag abgetreten.

Wie auch bei der allgemeinen Auswertung ist die häufigste Fremdsprache englisch (39 %), gefolgt von italienisch (18 %; allgemein nur auf Platz 4), spanisch (17 %; allgemein auch auf Platz 3) und französisch (16 %; allgemein auf Platz 2).

Schreiben

Ebenfalls neue Fragen wurden 2025 im Bereich Schreibdauer und Umfang der Rohversion gestellt.

Mit 46 % der Antworten war die klassische Romanlänge (50.000 – 79.999 Wörter) bei den Profis am beliebtesten (2025: 41 %). Dicht dahinter sind Bücher mit 80.000 – 120.000 Wörtern, die anderen Buchlängen sind eher Ausreißer. 

Bei der häufigsten Wortanzahl von 50.000 – 79.999 Wörtern sind die häufigsten Genres: Liebesromane, Krimi und Thriller. Bei Fantasyromanen, dem ansonsten dritt beliebteste Genre bei den Selfpublishing-Profis, ist die häufigste Wortanzahl 80.000 – 120.000.

Wie auch in 2025 schaffen die meisten gutverdienenden Selfpublisher die erste Rohversion ihrer Bücher in 1 bis 3 Monaten. Das zeigt abermals deutlich, dass hier Übung klar den Meister und die Meisterin macht. Was auch logisch ist: Macht man eine Sache öfter, wird man besser und schneller darin. 27 % der Profis brauchen nicht einmal 1 Monat für ein Buch.

Zieht man die Wortanzahl daneben, dann ist auch bei den Schnellschreiber*innen die häufigste Romanlänge 50.000 – 79.999 Wörter. Dadurch ergibt sich ein ungefährer täglicher Output von 1.666 – 2.666 Wörtern (Respekt!). Wer sich selbst einmal an einem solchen Pensum versuchen will, kann beim „NaNoWriMo“ mitmachen: Ein virtuelles Schreibcamp, bei dem ein ganzer Roman in einem Monat geschrieben werden soll.

Zeitmanagement

Wer den vorigen Absatz gelesen hat, den wird wohl kaum wundern, dass 69 % der Profis mehr als 10 Stunden in der Woche schreiben (2025: 80 %). Die häufigste Antwort war zudem die Zeitangabe „mehr als 20 Stunden“.

Ganz persönlich würde mich die Wortzahl pro Minute von den Autor*innen interessieren, die weniger als 3 Stunden die Woche schreiben.

Ähnlich fleißig sind die Profis bei der Überarbeitung: Pro Buchprojekt stecken 45 % von ihnen mehr als 20 Stunden in die Überarbeitung. Dazu zählen klassisch die eigenen Überarbeitungen am Text, dann das Einarbeiten vom Lektorat und ggf. noch die Anmerkungen des Korrektorats.

Alles unter 7 Stunden kann kaum mit einem professionellen Lektorat arbeiten (je nach Romanlänge, persönliche Meinung!). Darunter würden 17 % der Profis fallen.

62 % der erfolgreichen Selfpublisher verbringt weniger als 7 Stunden mit der Formatierung ihrer Buchprojekte. 16 % lagern diese Tätigkeit komplett aus.

Wie auch in der allgemeinen Umfrage wurde dieses Jahr die Zeit für soziale Netzwerke pro Woche in die Interaktion und die Content-Erstellung aufgeteilt.

88 % der Profis verbringen weniger als 7 Stunden in der Woche, um über Social Media mit ihrer Community zu interagieren. Das ist ein deutlicher Abwärtstrend zum Vorjahr (2025: 64 %). Zwei Profis lagern diese Arbeit komplett aus und 4 nutzen kein Social Media.

23 % benötigen weniger als 1 Stunde pro Woche, um ihre Inhalte für die sozialen Netzwerke zu erstellen. Da leider die Quantität der erstellten oder geposteten Inhalte fehlt, lässt sich hier leider nicht herausfinden, ob diese Selfpublisher nur sehr schnell/effizient sind, oder allgemein wenig/kaum posten.

Die häufigste Antwort fiel auf „1 bis 3 Stunden“ aus.

Die Profis mit einem Dienstleister für diese Aufgabe sind hier zu sechst.

Für die Vermarktung und die Werbung für ihre Bücher verwenden etwas mehr als die Hälfte der Profis 1 – 3 Stunden pro Woche. Im Vorjahr war die häufigste Antwort noch „bis 1 Stunde“. Der Zeitaufwand hat sich hier also erhöht.

Wie die eine Person es schafft, einen Umsatz von mehr als 2.000 € pro Monat zu erzielen, komplett ohne Marketing und Werbung, würde mich persönlich sehr interessieren!

Marketing

Wie auch bei der allgemeinen Auswertung ist die beliebteste Marketingmaßnahme für die eigenen Bücher eine eigene Website – jedoch bei den Profis in höherem Maße. 83 % haben eine unabhängige Internetpräsenz, bei der allgemeinen Auswertung waren es nur 62 %.

Platz zwei bei den Profis ist der eigene Newsletter (2025: Platz 3; 2024: Platz 4) und danach Social Media (2025: Platz 2; 2024: Platz 1). Der Trend deutlich, dass die erfolgreichen Selfpublisher mehr und mehr auf eigene Kommunikationswege setzen – unabhängig von TikTok, Instagram und Co. Eine sinnvolle Entwicklung, denn die Algorithmen sind unzuverlässig und eine Plattform kann zu jederzeit abgeschaltet werden und dann ist der eigene Einfluss fort.

Neu erhoben wurde in der Umfrage 2026, welche Marketing- und/oder Werbemaßnahme für die befragten Autor*innen am erfolgreichsten war. Auf Platz 1 sind für die Profis Amazon Ads, gefolgt von Facebook Ads und dem eigenen Newsletter.

Dem passend schließt sich die weitere neue Frage an, wie viel Budget in bezahlte Werbung floss.

Der Großteil der Profis hat über das Jahr 2025 zusammen 5.000 € oder mehr hierfür ausgegeben. Die Grafik sieht hier deutlich anders aus als bei der allgemeinen Auswertung, wo die meisten Antworten auf 499 € oder weniger ausfielen. Vor allem hier schlägt die Krux von Korrelation und Kausalität besonders zu: Sind die Profis erfolgreich, weil sie ein hohes Werbebudget haben oder haben sie ein hohes Werbebudget, weil sie erfolgreich sind?

Für sonstige Marketingmaßnahmen wie beispielsweise Stände auf Messen und Werbematerial gaben die Gutverdiener unter den verlagsunabhängigen Autor*innen weit weniger Geld aus. Ein Viertel unter 100 € und in summe 59 % weniger als 1.000 €.

Mit dem „eigenen Newsletter“ als zweitbeliebtestes Marketing-Instrument, gestalten sich die Abo-Zahlen bei den Profis deutlich höher als bei der allgemeinen Auswertung: 48 % haben 1.000 oder mehr Abonnent*innen. Keinen Newsletter haben nur 18 %, bei der Gesamtauswertung waren es 65 %.

Die Öffnungsrate liegt bei den meisten zwischen 40 – 79 %. Diese Werte sind ausgezeichnet!

Im Newsletter-Marketing liegen Öffnungsraten branchenübergreifend bei etwa 20 – 25 %, was als solides Mittelfeld gilt. Werte über 30 % zeigen, dass Betreffzeilen und Inhalte gut funktionieren, während 40 % oder mehr als sehr stark gelten, insbesondere bei aktiven und gepflegten Verteilerlisten

Bei der Frage nach den Lesungen antworteten die meisten für das vergangene Jahr mit „Nein“. Lediglich ein Viertel der Profi-Selfpublisher erhielt für gehaltene Lesungen ein Honorar.

An der Reihenfolge der beliebtesten sozialen Netzwerke hat sich kaum etwas geändert: Facebook, Instagram und TikTok führen die Liste an.

Lediglich vier der Profis nutzen überhaupt keine Social-Media-Kanäle für sich. Diese schreiben in den Genre Historischer Roman, Krimi, Liebesroman und Sachbuch/Fachbuch.

Buchmessen

33% der Profis waren 2025 nicht mit ihren Büchern auf einer Buchmesse. Von diesen Autor*innen blickten über die Hälfte positiv oder sogar sehr positiv auf ihre Messebesuche zurück.

67% waren nicht auf Messen vertreten.

Künstliche Intelligenz

Knapp die Hälfte der Profis empfindet den Einfluss von künstlicher Intelligenz als positiv.

Scheinbar nutzen aber auch die kritischen Autor*innen KI, denn bei der Frage nach der Nutzung antworteten 81 % mit „Ja“.

Am häufigsten wird die KI für Recherche, Ideenfindung, Social Media Inhalte und Grafikdesign genutzt. Hier unterscheiden sich die Ergebnisse nicht sehr von der allgemeinen Auswertung.

Dienstleister & Netzwerken

Bei der Frage nach den ausgelagerten Tätigkeiten gab es an der Spitze abermals einen Wechsel: Korrektorat (2025: 2; 2024: 1), Coverdesign (2025: 1; 2024: 2) und Lektorat (2025: 3; 2024: 3).

7 der 95 finanziell erfolgreichen Selfpublisher lagern keine Tätigkeit aus. Auch hier wieder der Hinweis, sich hieran nicht gezwungenermaßen ein Beispiel zu nehmen. Professionelles Arbeiten beinhaltet auch, für einzelne Aspekte professionelle Dienstleister zu beauftragen – denn kaum jemand ist in allem zu 100 % fit.

Der Austausch mit anderen Autor*innen ist nach wie vor die beliebteste Quelle für neues (Fach-)Wissen für die Profi-Selfpublisher. 80 % setzen auf diese Methode. Wie auch 2025 auf Platz 2 fällt die Fachliteratur, gefolgt von YouTube-Tutorials (2025 noch keine Antwortmöglichkeit).

Demografische Daten

73 % der finanziell erfolgreichen Selfpublishern bezeichnen diese Tätigkeit als ihren Hauptberuf (2025: 75 %; 2024: 84 %). Das ist ein dezenter Abwärtstrend.

Die meisten Profis fallen in die Alterskategorie 41 – 50 Jahre, das ist ähnlich zu den Vorjahren. Was natürlich logisch ist, da sicherlich ungefähr immer dieselben Personen hier bei der Umfrage mitmachen und quasi „mitaltern“.

Ähnlich zur allgemeinen Auswertung sind auch bei den Profis die meisten Selfpublisher weiblich: 69 % sehen sich selbst als Frau, 31 % als Mann. Kaum ein Unterschied zum Vorjahr (70 % Frauen, 30 % Männer).

Bei den Hauptgenres nach Geschlecht sortiert, zeigt sich bei den Frauen, dass die ersten Plätze unverändert blieben: Auf der 1 die Liebesromane, auf der 2 die Fantasyromane. Die Historischen Romane sind auf Platz 4 gerutscht, dafür schafften es die Krimis nun in die Top-Statistik der Frauen (2025: #4 Belletristik).

Die männlichen Selfpublishing-Profis schreiben wie auch im Vorjahr am häufigsten Krimis, doch dann folgen schon die Liebesromane (2025: #2 Ratgeber/Sachbuch), der Thriller ist von Platz 4 auf 3 aufgestiegen und – wie beiden Damen – landeten die historischen Romane neu auf dem vierten Platz.

FAZIT

Hier könnte ich mir die Arbeit am Artikel leicht machen und einfach die Erkenntnisse der beiden vorigen Jahre einfügen. Denn großartig neue Erkenntnisse lieferte hat die „Best Practice“-Auswertung der Selfpublisher Umfrage 2026 nicht.

Mit Hinblick auf Kausalität und Korrelation, lassen sich 10 vermeintliche Erfolgsfaktoren im Selbstverlag ableiten:

  • Wähle ein beliebtes Genre (Liebesroman, Krimi, Fantasy)
  • Investiere in deine Bücher (Lektorat/Korrektorat und Coverdesign)
  • Schreibe regelmäßig & viel (eine große Backlist hilft)
  • Hab Geduld (Erfolg braucht in der Regel einige Jahre)
  • eBooks sind ein beliebtes Format (hier werden tendenziell die höchsten Umsätze generiert)
  • „verramsche“ deine eBooks nicht (die meisten Profis verlangen regulär zwischen 3,00 € – 4,99 €)
  • Auch ohne Farbschnitt ist finanzieller Erfolg möglich
  • Sei auf Social-Media aktiv (da, wo sich auch deine Zielgruppe tummelt)
  • Eine eigene Website und ein eigener Newsletter sind ratsam (Unabhängigkeit von Social Media)
  • Bilde dich regelmäßig fort (Austausch mit Schreibenden, Fachliteratur, Besuch von Messen)
Persönliches Fazit der Autorin:

Aus etwas mehr als 9 Jahren eigener Erfahrung im Selfpublishing, kann ich nicht genug betonen, wie wichtig Glück ist – vorausgesetzt, man hat das Branchenwissen schon erlernt (kenne deine Leserschaft, schreibe handwerklich gute Bücher, sei sichtbar).

Ja, die Sache mit dem Glück ist frustrierend, aber man kann diesem auf die Sprünge helfen! Denn viele glückliche Fügungen waren das typische „zur richtigen Zeit am richtigen Ort“ und „ich kenne wen, der wen kennt“. Mein eigener Tipp lautet daher: Mit denen netzwerken, die schon dort sind, wo man selbst hin will und immer offen für neue Möglichkeiten sein.

Melissa Ratsch

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