Postkartenständer LBM

Werbematerial, das wirkt

So bleibst du Messebesucher:innen im Gedächtnis


Als Mitglied im Selfpublisher-Verband hast du die Gelegenheit, dein Werbematerial am Stand des Selfpublisher-Verbands auf den großen Buchmessen in Leipzig und Frankfurt auszulegen. Doch vielleicht fragst du dich, welche Werbemittel sich wirklich lohnen und welche unbeachtet liegen bleiben. Wir haben in unserem Erfahrungsschatz gekramt und die besten Tipps für Werbematerial, das wirkt, zusammengetragen. In diesem Artikel erfährst du, wie du mit durchdachtem Werbematerial auf Buchmessen punktest und nachhaltig im Gedächtnis bleibst.

 Warum gutes Werbematerial so wichtig ist

Buchmessen sind Orte der Reizüberflutung. Es gibt tausende Bücher, hunderte Stände, unzählige Eindrücke. Dein Werbematerial hat nur wenige Sekunden, um aufzufallen. Es muss neugierig machen, Qualität ausstrahlen und einen echten Mehrwert bieten. Sonst landet es im nächsten Papierkorb oder wird gar nicht erst mitgenommen.

Die gute Nachricht ist: Mit den richtigen Werbemitteln kannst du aus der Masse herausstechen und langfristig im Gedächtnis bleiben. Die Erfahrung am Verbandsstand zeigt eindeutig: Leseproben und hochwertige Postkarten werden besonders gerne mitgenommen. Aber auch Lesezeichen sind mitunter als Sammelobjekte sehr beliebt.

Welche Formate sind beim Verbandsstand erlaubt?

Für die Auslage am Stand des Selfpublisher-Verbands gilt: Format A6 (Postkartengröße) oder Lesezeichen. Diese kompakten Formate passen perfekt in jede Messetasche und sind für Besucher:innen leicht mitzunehmen.

 

Was wird wirklich mitgenommen – und was bleibt liegen?

Die Gewinner: Leseproben, Lesezeichen und Postkarten mit Mehrwert

Leseproben sind der absolute Renner auf Messen. Sie geben Leser:innen die Möglichkeit, ganz ohne Kaufverpflichtung in dein Buch hineinzuschnuppern. Das senkt die Hemmschwelle und weckt die Neugier. Wer sich einmal in deiner Geschichte „festgelesen“ hat, wird mehr wollen und das Buch vielleicht zu Hause bestellen.

Postkarten mit Mehrwert funktionieren ebenfalls hervorragend. Der Schlüssel liegt im Wort „Mehrwert“: Eine Postkarte, die man tatsächlich verschicken oder als Deko verwenden kann, hat einen Nutzen über die reine Werbung hinaus.

Aber auch hübsch gestaltete Lesezeichen werden als Sammelobjekt gerne mitgenommen.

 Die Verlierer: Visitenkarten und reine Werbeflyer

Klassische Visitenkarten und Flyer, die nur Werbebotschaften enthalten, werden selten mitgenommen. Sie bieten keinen direkten Nutzen und wirken oft wie Spam in Papierform.

Auch Postkarten, die nur ein Cover zeigen, bleiben häufiger liegen. Es sei denn, das Cover ist wirklich außergewöhnlich schön oder auffällig.

 

Professioneller Druck vs. DIY

 Ja, Selbstgemachtes und Gebasteltes kann persönlich sein. Aber seien wir ehrlich: Mit dem Tintenstrahldrucker ausgedruckte und selbst ausgeschnittene Flyer wirken amateurhaft. Sie repräsentieren dich nicht gut und landen eher im Müll als in der Tasche.

Professionelle Online-Druckereien wie Wir-machen-Druck oder lokale Anbieter liefern hochwertige Ergebnisse zu fairen Preisen. Auch kleinere Auflagen sind erschwinglich und müssen kein Vermögen kosten. (Ein kleiner Hinweis für unsere Mitglieder: Bei Wir-machen-Druck gibt es einen exklusiven Mitgliederrabatt von 3% auf das gesamte Sortiment und alle deine Bestellungen. Schau einfach in der Rubrik „Vergünstigungen“ nach, wie du den Rabatt einlösen kannst.)

Qualität, die man fühlt: Papierstärke und Haptik

Dein Werbematerial repräsentiert dich und dein Buch. Zu dünnes, „labberiges“ Papier vermittelt den Eindruck von Billigkeit – selbst wenn dein Buch großartig ist.

Investiere daher in eine ordentliche Papierstärke:

  • Postkarten: mindestens 300 g/m²
  • Leseproben: mindestens 135 g/m² (Umschlag stärker)
  • Lesezeichen: mindestens 350 g/m²

Veredelungen als Eye-Catcher

Werbemittel mit besonderen Veredelungen fallen sofort auf und vermitteln im wahrsten Sinne des Wortes ein Gefühl von Hochwertigkeit und Qualität.

  • Partieller UV-Lack: Bestimmte Elemente glänzen und heben sich ab.
  • Glitzer-Elemente: Besonders beliebt bei Romance und Fantasy
  • Heißfolienprägung in Gold oder Silber: Wirken besonders edel

Diese Extras kosten etwas mehr, machen aber einen enormen Unterschied in der Wahrnehmung. Im Postkartenständer stechen sie heraus und auch veredelte Lesezeichen werden oft zu Sammlerstücken.

Wiedererkennungswert: Deine Marke stärken

Achte bei allen Werbematerialien auf einen möglichst einheitlichen Look:

  • Farben: Nutze die Farbpalette deines Covers oder deiner Autor:innen-Marke
  • Schriften: Bleibe bei ein bis zwei Schriftarten, die du durchgängig verwendest
  • Stil: Fantasy-Autor:innen können verspielter sein, Thriller-Autor:innen eher düster und minimalistisch. Nicht nur beim Cover, auch beim Werbematerial und der Autor:innen-Marke gibt es Genrekonventionen, die man einhalten sollte, um den Lesenden sofort den richtigen Eindruck zu vermitteln und falsche Erwartungshaltungen zu umgehen.

Wenn jemand deine Postkarte, dein Lesezeichen und deine Leseprobe nebeneinander legt, sollte sofort erkennbar sein: Das gehört zusammen. Dieser Wiedererkennungswert ist Gold wert für den Aufbau deiner Autor:innenmarke.

Barrierefreiheit nicht vergessen

Gutes Werbematerial sollte auch möglichst barrierefrei gestaltet sein. Achte daher auf: 

  • Kontraste: Helle Schrift auf hellem Grund ist schwer lesbar. Achte auf ausreichend Kontrast.
  • Schriftgröße: Nicht unter 9 pt, besser 10–11 pt für Fließtext.
  • Klassische Schriftarten (mit oder ohne Serifen): Sie sind oft besser lesbar als verschnörkelte Schreibschriften. Verwende dekorative Schriftarten wie Schreibschriften für optische Highlights, niemals für längere Textpassagen.
    Fließtext solltest du in einer Serifenschrift setzen. Durch die kleinen “Füßchen” an den Buchstaben, erleichtern sie den Lesefluss, weil man nicht so leicht aus der Zeile rutscht.
  • Nicht zu viel Text: Übersichtlichkeit hilft allen.

Der QR-Code als Conversion-Booster

Egal, welches Werbemittel du gestaltest: Vergiss nicht den QR-Code!

Verlinke ihn zum Beispiel auf:

  • deine Website oder eine spezielle Landingpage (so kannst du den Werbeeffekt ganz gezielt tracken!)
  • deinen Newsletter, um neue Abonnent:innen zu gewinnen
  • direkt zum Buch im Shop
  • einen Linktree mit all den oben genannten Linkl plus deine Social-Media-Kanäle

Füge dem QR-Code am besten eine kurze Beschreibung oder einen knackigen Call-to-Action hinzu, damit Interessierte wissen, wohin der Code führt. Falls du auf deinen Newsletter verlinkst, kannst du ein Goodie für neue Abonnent:innen anbieten. Ein Call-to-Action wie „Scanne mich für eine XXL-Leseprobe“ oder „Bleibe über Neuigkeiten auf dem Laufenden“ hilft, damit die Leser:innen wissen, was sie erwartet.

Tipp: QR-Codes kannst du kostenlos über Dienste wie qrcode-generator.de oder canva.com erstellen. Auch in Adobe Indesign ist das Erstellen eines QR-Codes kein Hexenwerk.
Dynamische QR-Codes (über Bitly oder ähnliche Dienste) lassen sich nachträglich ändern, falls sich die Ziel-URL ändert.

Copyright bei Coverelementen beachten

Ein wichtiger rechtlicher Hinweis: Bevor du Elemente deines Covers für Werbematerial verwendest, prüfe deinen Vertrag mit dem/der Coverdesigner:in. Nicht immer sind alle Nutzungsrechte automatisch enthalten.

Im Zweifel:

  • Hole dir schriftlich die Erlaubnis ein
  • Oder beauftrage dein Werbematerial direkt bei deinem/ deiner Designer:in – so bist du auf der sicheren Seite und bekommst ein stimmiges Gesamtbild

Korrekturlesen nicht vergessen!

Nichts ist ärgerlicher als ein Tippfehler auf 500 gedruckten Postkarten. Bevor du dein Werbematerial in den Druck gibst:

  • Lass mindestens eine weitere Person drüberlesen. Vier Augen sehen mehr als zwei!
  • Prüfe alle QR-Codes: Scanne sie mit verschiedenen Smartphones und teste, ob die Verlinkung funktioniert.
  • Kontrolliere Namen, URLs und ISBN-Nummern doppelt.

Ein kleiner Fehler kann teuer werden – nicht nur finanziell, sondern auch für deinen professionellen Eindruck.

TIPP: Wenn du dein Werbematerial mit genug zeitlichem Vorlauf erstellst, dann bestelle vor dem Druck jeweils ein Probedruckexemplar (wird von den meisten Druckereien kostenlos angeboten).

Nachhaltig denken: Qualität vor Quantität

Nachhaltigkeit bedeutet bei Werbematerial vor allem: Kein Material drucken, das am Ende ungenutzt bleibt.

Vermeide diese Fallen:

  • Material im falschen Format, das gar nicht ausgelegt werden kann
  • Riesige Auflagen, die im Keller verstauben
  • Schnellschüsse mit Fehlern, die im Müll landen

Besser: Starte mit einer kleineren Auflage. So bleibst du flexibel und kannst nach der ersten Messe nachjustieren, falls etwas nicht funktioniert oder du Verbesserungsideen hast. Es macht keinen Sinn, für eine Ersparnis von ein paar Euro 5.000 Postkarten drucken zu lassen, die dann jahrelang im Keller liegen oder schlimmstenfalls einen Tippfehler aufweisen und im Müll landen.

Die größten No-Gos bei Werbematerial

Vermeide diese häufigen Fehler:

  • Zu viel Information: Beschränke dich auf das Wesentliche. Weniger ist mehr!
  • Zu kleine Schrift: Wenn man eine Lupe braucht, wird niemand den Text lesen. Mindestens 9 pt für Fließtext, besser 10–11 pt.
  • Falsche Bildauflösung: Pixelige Bilder wirken unprofessionell. Nutze immer mindestens 300 dpi für den Druck.
  • Zuschnittangaben ignoriert: Beachte unbedingt den Beschnitt und bleibe mit den wichtigen Informationen innerhalb der Safe-Zone! Sonst werden wichtige Elemente abgeschnitten oder das Material sieht schief aus.
  • Selbstgebastelt: Wie bereits erwähnt – der Tintenstrahldrucker ist keine Druckerei. Investiere in professionellen Druck.

Fazit: Mit durchdachtem Werbematerial punkten

Gutes Werbematerial auf Buchmessen zu haben, ist kein Hexenwerk, aber es erfordert Planung und die Bereitschaft, in Qualität zu investieren.

Die wichtigsten Takeaways:

  • Setze auf Werbemittel mit echtem Mehrwert: Leseproben, die neugierig machen, und Postkarten, die man aufhängen oder verschicken möchte.
  • Investiere in hochwertige Materialien und professionellen Druck.
  • Achte auf QR-Codes für die Conversion und einen einheitlichen Look für den Wiedererkennungswert.
  • Lass alles Korrektur lesen und starte lieber mit einer kleineren Auflage.
  • Und vergiss nicht: Weniger ist oft mehr!

Dein Werbematerial ist deine Visitenkarte auf der Messe. Es repräsentiert dich, deine Bücher und deine Marke. Gib ihm die Aufmerksamkeit, die es verdient und du wirst mit interessierten Leser:innen belohnt.


Vertiefungsartikel: So geht’s im Detail

Du möchtest tiefer einsteigen? In unseren ausführlichen Anleitungen erfährst du Schritt für Schritt, wie du die einzelnen Werbemittel optimal gestaltest:

  • Die perfekte Leseprobe gestalten – Aufbau, Kapitelauswahl, Typografie und der richtige Cliffhanger
  • Postkarten, die nicht im Müll landen – Zitate statt nur Cover, Charakterkarten und Veredelungen
  • Lesezeichen mit dem gewissen Etwas – Design-Tipps und DIY-Veredelungen wie Eckenstanzer und Quasten

Melanie Amélie Opalka

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