Titelbild Leseprobe

Die perfekte Leseprobe gestalten

So machst du Messebesucher:innen neugierig auf dein Buch


Leseproben sind das effektivste Werbemittel auf Buchmessen. Sie geben potenziellen Leser:innen die Möglichkeit, in deine Geschichte einzutauchen. Und das ganz unverbindlich und ohne Kaufdruck. Doch zwischen einer lieblos zusammenkopierten Textsammlung und einer professionellen Leseprobe liegen Welten. In diesem Artikel erfährst du, wie du eine Leseprobe gestaltest, die wirklich überzeugt.

Warum Leseproben so gut funktionieren

Eine Leseprobe ist wie eine Kostprobe beim Bäcker: Man probiert, es schmeckt, man kauft. Das Prinzip ist simpel, aber wirkungsvoll. Während Flyer und Postkarten nur oberflächlich informieren, gibt eine Leseprobe echten Einblick in deinen Schreibstil, deine Figuren und deine Geschichte.

Die Erfahrung am Messestand zeigt: Leseproben werden nicht nur gerne mitgenommen, sie werden auch tatsächlich gelesen. Oft in der S-Bahn auf dem Heimweg, im Hotel am Abend oder gemütlich auf dem Sofa nach der Messe. Und wenn deine Geschichte fesselt, führt der Weg direkt zum Kauf.

Das richtige Format: A6 als Standard

Für den Stand des Selfpublisher-Verbands gilt das Format A6 – also Postkartengröße (10,5 x 14,8 cm). Dieses kompakte Format hat mehrere Vorteile: Es passt in jede Tasche, wirkt handlich und einladend, und es zwingt dich, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Seitenanzahl: Plane mit 12 bis 28 Seiten (inklusive Umschlag). Das reicht für ein bis zwei Kapitel und alle wichtigen Informationen, ohne dass die Leseprobe zu dick wird. 

Der Aufbau einer überzeugenden Leseprobe

Umschlag vorne: Das Cover

Die Titelseite deiner Leseprobe sollte sofort erkennen lassen, worum es geht. Nutze dein Buchcover oder eine angepasste Version davon. Wichtig ist, dass der Titel gut lesbar ist und die Leseprobe als solche erkennbar wird.

Tipp: Füge einen dezenten Hinweis wie „Leseprobe“ oder „Kostprobe“ hinzu, damit klar ist, was die Leser:innen in der Hand halten.

Umschlag hinten: Klappentext

Die Rückseite des Umschlags ist der perfekte Platz für deinen Klappentext, Pitch (dein Buch in einem Satz) oder Blurb (Zitat zu deinem Buch von einer dritten Person wie z.B. Buchbloggende, Pressestimme….). Hier gibst du einen kurzen Überblick über dein Buch:

Der Klappentext sollte neugierig machen, ohne zu viel zu verraten. Halte ihn knackig – maximal 100 bis 150 Wörter. Stelle die zentrale Frage oder den Konflikt deiner Geschichte vor. Hier ist auch der ideale Platz für den QR-Code, der direkt zum Buch im Shop, zu deiner Website oder zu deinem Newsletter führt. So haben Leser:innen den Weg zu dir buchstäblich direkt in der Hand.

Seite 2: Schmutztitel und Impressum

Die erste Innenseite bietet Platz für den Schmutztitel (Buchtitel, ggf. Untertitel und Autor:innenname) sowie die Buchdaten: Genre, Seitenanzahl des vollständigen Buchs und ISBN. Diese Informationen helfen Leser:innen, das Buch später wiederzufinden.

Darunter folgt das Impressum. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, solltest du dieses unbedingt einfügen. Auch wenn eine Leseprobe kein vollständiges Buch ist, handelt es sich um ein Druckerzeugnis.

Das muss ins Impressum:

  • Dein Name (oder Pseudonym)
  • Deine Anschrift (oder die Adresse eines Impressumsdienstes)
  • Kontaktmöglichkeit (z.B.: E-Mail-Adresse)
  • Hinweis „Leseprobe zu [Buchtitel]“
  • Optional: Copyright-Vermerk
  • Druckerei

Schmutztitel und Impressum müssen nicht prominent sein – eine dezente Gestaltung reicht völlig aus.
Das Impressum kannst du wahlweise auch ans Ende deiner Leseprobe stellen und in kleinerer Schrift unauffällig am unteren Rand der letzten Seite platzieren.

Seiten 3–22: Die eigentliche Leseprobe

Jetzt kommt das Herzstück: der Text. Wähle ein bis maximal zwei Kapitel aus, die einen guten Einstieg in deine Geschichte bieten.

Welches Kapitel eignet sich?

Meistens ist das erste Kapitel die beste Wahl – schließlich ist es der natürliche Einstieg in deine Geschichte. Aber nicht immer! Wenn dein Buch mit einem ruhigen Prolog beginnt und erst in Kapitel 2 richtig Fahrt aufnimmt, kann es sinnvoll sein, mit dem spannenderen Teil zu starten.

Frag dich: Welche Stelle macht am meisten Lust auf mehr? Wo lernt man die Hauptfigur(en) kennen? Wo wird der zentrale Konflikt angerissen?

Wichtig: Brich an einer spannenden Stelle ab! Deine Leseprobe sollte mit einem kleinen Cliffhanger enden, der zum Weiterlesen animiert. Nicht mitten im Satz, aber an einem Punkt, an dem man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Am Ende der Leseprobe sollte ein Call-to-Action und am besten ein QR-Code direkt zu deinem Buch in einem Shop stehen. Am besten du verpackst den CTA in einer Frage, wie z.B: „Du möchtest wissen, wie es mit X und Y weitergeht? Hier kannst du das E-Book kaufen!“

Letzte Innenseiten: Weitere Bücher (optional)

Wenn du mehrere Bücher veröffentlicht hast oder dein Buch Teil einer Reihe ist, kannst du auf den letzten Innenseiten kurz darauf hinweisen. Zeige kleine Cover-Abbildungen und füge für jedes Buch einen knappen Zweizeiler hinzu.

Übertreibe es nicht: Zwei bis vier weitere Titel reichen. Die Leseprobe soll nicht zum Katalog werden.

Vorletzte Seite: Über die Autorin / den Autor

Stell dich kurz vor! Ein paar Sätze reichen völlig aus, du musst nicht die gesamte Autorenvita in die Leseprobe packen. Wer bist du? Was schreibst du? Warum sollte man deine Bücher lesen? Und ganz wichtig: Wo kann man mehr über dich und deine Bücher erfahren?
Füge hier am besten deine Social-Media-Handles ein und die Adresse deiner Website. Ebenfalls hilfreich ist ein QR-Code zu einem Linktree, in dem Links zu allen deinen Web-Auftritten gesammelt sind. (Website, Newsletter, Social Media, Shop,…)

Hier kannst du auch ein Foto von dir einfügen. Das schafft eine persönliche Verbindung und macht dich als Autor:in greifbar.

Kreative Extras: So wird deine Leseprobe besonders

Neben dem klassischen Aufbau gibt es einige Extras, die deine Leseprobe von der Masse abheben können. Hier kommen ein paar Ideen dazu. Je nach Genre und Zielgruppe kannst du auswählen, was zu deinem Buch passt.

Tropes – besonders für Romance & Romantasy

Leser:innen suchen gezielt nach bestimmten Tropes. Warum ihnen nicht direkt zeigen, was sie erwartet? Eine kleine Auflistung wie „Enemies to Lovers“, „Forced Proximity“, „Only One Bed“ oder „Grumpy x Sunshine“ hilft bei der Orientierung und weckt sofort Interesse bei Fans dieser Tropes.

Spice Level

Gerade im Romance-Bereich ist die Frage nach dem Spice Level allgegenwärtig. Ein dezenter Hinweis z.B. mit Symbolen (beispielsweise Chilischoten) oder Begriffen wie „Slow Burn“, „Open Door“ oder „Closed Door“ hilft Leser:innen, einzuschätzen, ob das Buch zu ihren Vorlieben passt.

Content Notes / Trigger-Warnungen

Content Notes zeigen Professionalität und Fürsorge gegenüber deinen Leser:innen. Ein kurzer Hinweis auf sensible Themen im Buch hilft Menschen, informierte Entscheidungen zu treffen und wird von vielen Leser:innen sehr geschätzt.

„Für Fans von…“ – Vergleichstitel

Vergleichstitel helfen bei der Einordnung: „Für alle, die Das Lied von Eis und Feuer lieben“ oder „Perfekt für Fans von Colleen Hoover“ gibt Leser:innen sofort eine Vorstellung davon, was sie erwartet.

Vibes und Aesthetics

Besonders bei Romance und Romantasy beliebt: Eine stimmungsvolle Aufzählung wie „Dieses Buch ist für dich, wenn du Herbstabende am Kamin, verbotene Küsse und Schlösser in Schottland liebst“. Das spricht die Emotionen an und erzeugt sofort Bilder im Kopf.

Lieblingszitate

Zwei bis drei besonders schöne oder berührende Zeilen aus deinem Buch – nicht aus der Leseprobe selbst, sondern aus späteren Kapiteln – machen neugierig auf mehr. Platziere sie als optisches Highlight, zum Beispiel auf einer eigenen Seite zwischen Leseprobe und Autor:innen-Info.

Leserstimmen

Falls du bereits Rezensionen hast, können kurze Schnipsel wie „Hat mich von der ersten Seite an gefesselt!“ oder „Mein Highlight des Jahres“ Vertrauen schaffen. Achte darauf, nur authentische Stimmen zu verwenden. Falls du die Rezensent:innen persönlich kennst (z.B. Buchbloggende), frage nach, ob du sie zitieren darfst.

Karte – für Fantasy

Ein kleiner Kartenausschnitt deiner Fantasywelt zeigt die Tiefe deines Worldbuildings. Auch wenn die Karte nicht groß ist: Sie vermittelt, dass hier eine ganze Welt wartet.

Wo platzieren?

Diese Extras passen gut auf die Innenseite des Umschlags (vorne oder hinten), auf eine eigene Seite vor der Leseprobe, oder am Ende vor der Autor:innen-Info. Wähle maximal zwei bis drei Extras aus – die Leseprobe soll nicht überladen wirken.

Typografie: Das angenehme Leseerlebnis

Eine Leseprobe soll zum Lesen einladen. Nichts ist abschreckender als eine Textwüste mit winziger Schrift und kaum Abständen.

Schriftgröße: Mindestens 10 pt, besser 11 pt für den Fließtext. Bei A6-Format ist der Platz begrenzt, aber Lesbarkeit sollte trotzdem Priorität haben.

Zeilenabstand: Ein Zeilenabstand von 1,3 bis 1,5 sorgt für ein luftiges Schriftbild. Zu enger Buchsatz wirkt erdrückend und ist anstrengend zu lesen.

Schriftart: Wähle eine gut lesbare Schrift. Serifenschriften wie Georgia oder Garamond eignen sich gut für längere Texte. Vermeide ausgefallene oder serifenlose Schriften, die zwar hübsch aussehen, aber schwerer zu lesen sind.

Ränder: Lass ausreichend Rand – 8 – 10 mm an allen Seiten. Das gibt dem Text Raum zum Atmen und verhindert, dass beim Druck etwas abgeschnitten wird.

der Wahrnehmung. Im Postkartenständer stechen sie heraus und auch veredelte Lesezeichen werden oft zu Sammlerstücken.

Barrierefreiheit: Für alle Leser:innen gestalten

Gutes Design ist inklusiv. Achte daher auf:

Kontraste: Schwarzer Text auf weißem oder cremefarbenem Grund ist am besten lesbar. Vermeide helle Schrift auf hellem Hintergrund oder Text über Bildern.

Schriftgröße: Wie erwähnt mindestens 10 pt. Menschen mit Seheinschränkungen werden es dir danken.

Blocksatz: Achte darauf, den Text im Blocksatz zu setzen. Das ist der professionelle Standard. 

Kein reiner Kursivtext: Längere kursive Passagen sind schwerer zu lesen. Nutze Kursivschrift nur für Betonungen oder kurze Einschübe.

Papier und Druck: Qualität zählt

Deine Leseprobe repräsentiert dein Buch. Billiges Papier und unscharfer Druck vermitteln den Eindruck, dass auch das Buch minderwertig sein könnte.

Papierempfehlung:

  • Umschlag: 170 g/m² Bilderdruck, matt oder glänzend
  • Innenteil: 90 g/m²

Bindung: Für A6-Leseproben mit 12 bis 28 Seiten eignet sich eine Rückendrahtheftung (Klammerheftung) am besten. Sie ist kostengünstig und liegt gut in der Hand.

Druckereien: Online-Druckereien wie z.B. WIRmachenDRUCK bieten gute Qualität zu fairen Preisen. Als Mitglied im Selfpublisher-Verband bekommst du außerdem auf Anfrage auch 3% Rabatt auf das gesamte Drucksortiment bei WIRmachenDRUCK.
Auch epubli bietet kostengünstigen Druck von Leseproben an.
Bestelle vorab ein Musterexemplar, um die Qualität zu prüfen. sollte sofort erkennbar sein: Das gehört zusammen. Dieser Wiedererkennungswert ist Gold wert für den Aufbau deiner Autor:innenmarke.

Häufige Fehler vermeiden

Zu viel Text: Eine Leseprobe ist keine Zusammenfassung deines gesamten Buchs. Konzentriere dich auf einen guten Einstieg.

Langweiliger Anfang: Wenn dein erstes Kapitel mit einer seitenlangen Landschaftsbeschreibung beginnt, überdenke deine Auswahl. Starte dort, wo es spannend wird.

Fehlender QR-Code: Ohne klaren Weg zum Buch verpufft die Wirkung deiner Leseprobe. Der QR-Code ist nicht optional.

Rechtschreibfehler: Lass deine Leseprobe unbedingt Korrektur lesen. Nichts schreckt mehr ab als Tippfehler auf den ersten Seiten.

Schlechte Bildqualität: Wenn du Bilder verwendest, achte auf mindestens 300 dpi Auflösung. Pixelige Grafiken wirken unprofessionell.

Fazit: Die Leseprobe als dein bestes Verkaufsargument

Eine gut gemachte Leseprobe ist mehr als nur ein Werbemittel – sie ist ein Versprechen. Sie zeigt, was Leser:innen von deinem Buch erwarten können, und gibt ihnen die Chance, sich in deine Geschichte zu verlieben, bevor sie einen Cent ausgeben.

Investiere Zeit und Sorgfalt in die Gestaltung. Achte auf einen fesselnden Textausschnitt, eine angenehme Typografie und hochwertige Druckqualität. Vergiss den QR-Code und das Impressum nicht und sorge für ein einheitliches Erscheinungsbild.  

Du möchtest mehr über Werbematerial für Buchmessen erfahren? Lies auch unseren Überblicksartikel „Werbematerial für Buchmessen: Was wirklich mitgenommen wird“ und unsere Tipps zu Postkarten und Lesezeichen!


Vertiefungsartikel: So geht’s im Detail

Du möchtest tiefer einsteigen? In unseren ausführlichen Anleitungen erfährst du Schritt für Schritt, wie du die einzelnen Werbemittel optimal gestaltest:

  • Werbematerial, das wirkt – Allgemeine Tipps zur Erstellung von Werbematerial für den Messestand des Selfpublisher-Verbands.
  • Werbepostkarten, die begeistern – Zitate statt nur Cover, Charakterkarten und Veredelungen
  • Lesezeichen mit dem gewissen Etwas – Design-Tipps und DIY-Veredelungen


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