Self Cancel Culture
–
Zur Ökonomie öffentlicher Selbstentwertung
Kurzbeschreibung:
Öffentliche Sichtbarkeit gilt heute als Voraussetzung von Bedeutung. Wer wahrgenommen werden will, muss präsent sein, Stellung beziehen, reagieren.
Klappentext:
Öffentliche Sichtbarkeit gilt heute als Voraussetzung von Bedeutung. Wer wahrgenommen werden will, muss präsent sein, Stellung beziehen, reagieren. In sozialen Medien, Talkshows und öffentlichen Debatten entsteht so ein Klima permanenter Eskalation, in dem Maß und Selbstbegrenzung zunehmend als Schwäche erscheinen. Self-Cancel-Culture – Zur Ökonomie öffentlicher Selbstentwertung analysiert diese Entwicklung jenseits moralischer Schuldzuweisungen. Der Autor untersucht, wie Rollenverwirrung, ökonomischer Druck, der Zwang zur ständigen Meinungsäußerung und rechtfertigende Selbstverteidigung dazu führen, dass öffentliche Personen ihre eigene Würde untergraben – oft ohne es zu bemerken. Im Zentrum steht nicht das Fehlverhalten Einzelner, sondern die Struktur einer Öffentlichkeit, die Empörung belohnt und Zurückhaltung sanktioniert. Das Buch verbindet sozialphilosophische Reflexion mit präziser Medienanalyse. Es fragt nach der Grenze zwischen Gefühl und Meinung, nach Verantwortung im Verhältnis zur Reichweite und nach dem Punkt, an dem Authentizität in Selbstverleugnung umschlägt. Dabei entwickelt es einen Gegenentwurf zur Eskalationslogik der Gegenwart: Würde, Maß und bewusster Rückzug als Formen öffentlicher Stärke. Ein essayistisches Sachbuch für Leserinnen und Leser, die öffentliche Debatten verstehen wollen, ohne sich von ihnen vereinnahmen zu lassen.
Lesemotive:
Nominiert für:
