Das Fichtelgebirge vergisst nichts.
Seit Jahrhunderten wacht der Herr des Fichtelgebirges über Wälder, Berge, Quellen und verborgene Wege. Manche begegnen ihm als grauem Wanderer, andere hören nur seine Stimme aus Stein und Nebel. Wer seine Macht kennt, begegnet ihm mit Achtung. Wer die alten Geschichten für Aberglauben hält, verspottet ihn als Butz oder Butzenkönig – oft ohne zu ahnen, wem er damit gegenübersteht.
In sechs eigenständigen Erzählungen führt der Weg durch verschiedene Zeiten und Gegenden des Fichtelgebirges. Menschen verirren sich in der Königsheide, geheimnisvolle Wesen wachen über Wald und Moor, tief im Ochsenkopf soll ein verborgener See liegen, und fremde Schatzsucher aus dem Süden glauben, die Geheimnisse des Berges entschlüsseln zu können. Doch im Reich des Herrn gelten andere Regeln als die der Menschen.
Er bestraft nicht aus Laune und hilft nicht ohne Grund. Wer in wirklicher Not ist, kann auf seine Hilfe hoffen. Wer teilt, schützt und das rechte Maß kennt, findet vielleicht einen Weg, wo zuvor keiner war. Doch wer aus Gier nimmt, was ihm nicht gehört, Warnungen missachtet oder glaubt, den Berg bezwingen zu können, muss erfahren, dass Stein, Wald und Wasser ihre eigene Erinnerung besitzen.
Zwischen alten Sagen, geheimnisvollen Waldwesen, verborgenen Schätzen und längst vergessenen Geschichten entsteht ein Fichtelgebirge, in dem die Grenze zwischen Vergangenheit und Sage niemals ganz geschlossen ist.
Denn der Herr des Fichtelgebirges ist noch da. Und der Berg vergisst nicht.