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Beschreibung: Als Kinder verlieren sich die beiden Zwillingsbrüder Werner und Oswald in den Wirren des verheerenden Bombenangriffs am 13. Februar 1945 in Dresden. Der wenig jüngere Bruder Oswald wächst bei einer Pflegemutter Gertrude im Osten Deutschlands an der Elbe auf. Sein Bruder Werner flieht mit dem Vater Dietmar in den Westen, wo sie sich in Koblenz am Rhein ansiedeln. Dort reaktivieren Vater und Sohn eine unversehrte kleine Papierfabrik, die sie in den Zeiten des westdeutschen Wirtschaftswunders zu einem Handelsunternehmen für Bürobedarf und Computer ausbauen. Oswald wird in der Sowjetischen Besatzungszone systemkonform erzogen. Er absolviert eine Lehre bei VEB Robotron in Dresden.

Kurz vor dem Bau der Berliner Mauer flüchtet Oswalds Freundin Angela mit ihrem Freund Sascha nach Westberlin und lässt den gerade geborenen Sohn Sven zurück. Auch er wächst bei Oswalds Pflegmutter Gertrude auf. Sein Opa Theodor betreut als Pfarrer eine Jugendgruppe, der unangepasste Jungs der Punk-Bewegung angehören, die gerade in den 80er Jahren aufkommt. Musik und die Welt der Punker sind für den heranwachsenden Sven genau das Ventil für seine Wut und Orientierungslosigkeit.

Oswald bleibt für seinen Bruder Werner und Vater Dietmar verschollen, das DDR-Regime erschwert Nachforschungen wegen Oswalds Staats-Aktivität als Fachbereichsleiter für Grafik-Programme bei Robotron. Er wird beauftragt, die Treffen im Haus der jungen Talente in Berlin zu beobachten. Dort hat sich ein Computer Club gebildet, in dem Video-Spiele ausprobiert werden und Westware, insbesondere Grafik-Software getauscht wird.

Oswald ist beeindruckt von der West-Computertechnik, seine Zweifel an der Propaganda über den Fortschritt im sozialistischen System mehren sich. Er beantragt Beschaffung von westlicher Computer-Ware. Dann erhält er die Erlaubnis, eine berufliche Reise in den Westen zu unternehmen und die Computermesse CeBIT zur Begutachtung und Beschaffung von Westware zu besuchen.

Vater Dietmar hat inzwischen Kontakt zu Oswalds Pflegemutter aufnehmen können und sie besucht, darf seinen vermeintlichen Sohn wegen des Verbots von Westkontakten selbst aber nicht treffen. Dafür ringt Oswald mit sich, seinen angeblichen Bruder, der mittlerweile die Computerfirma seines Vaters übernommen hat, auf dessen Stand auf der Messe CeBIT zu treffen, trotz der Gefahr der Bespitzelung. Jedoch sie verpassen sich. Er telefoniert nur mit Werner, das Telefonat endet in einem unglücklichen Streitgespräch, in dem Oswald seine Position als DDR-Bürger verteidigt.

Erst nach dem Fall der Mauer treffen sich die beiden Zwillingsbrüder endlich wieder. Stimme, Bewegungen und Gesichtszüge sind nahezu identisch, in allem anderen haben sie sich entzweit. Oswald sucht die Verbundenheit aus ihrer kurzen gemeinsamen Kindheit, in ihrer jeweiligen Stärke als Computerexperten diesseits und jenseits der Zonengrenze. Vergeblich, er fühlt sich als Wendeverlierer, als Mensch zweiter Klasse, der nichts aus den vergangenen 40 Jahren der von den Westdeutschen als Unrechtsstaat abgestempelten und nicht anerkannten „DDR“ gutheißen darf und der noch immer seine Identität im wiedervereinten Deutschland sucht.

Als die Firma seines Bruders über die Treuhand die Entwicklungsabteilung für Grafikpro-gramm aus der VEB Robotron übernimmt und kurz darauf der größte Kunde abspringt, verliert Oswald seine Arbeit und schlägt sich in der Nachwendezeit mit Hilfsjobs durch.

Sein Sohn Sven hat sich von ihm abgewendet, da sein Vater das sozialistische System verkörpert, wovon sich Svens Generation längst entfremdet hat. Und Sven hat einen gewaltakzeptierenden Hass auf die SED-Bonzen und den DDR-Staat entwickelt, die nicht erkennen wollen, wie seine Generation nach Freiheit lechzt und wie diese Jugend nach allem Westlichen giert, das trotz Mauer und Stacheldraht zu ihr dringt. Aus diesem Hass heraus und der Abkehr von der Obrigkeit driftet Sven von der Punk- in die rechtsradikale Skinhead-Szene ab.

Die zur Wut gesteigerte Ohnmacht Oswalds gegenüber seinem großen Bruder, gegenüber einem gescheiterten Staat und gegenüber den Besserwessis lässt ihn an der Realität verzweifeln. In Anlehnung an das frühere Kinderspiel Westen entwickelt er ein Computerspiel mit Mauer, Grenzkontrolle und Schießbefehl, welches er an fiktiven Flüchtlingen testet. Aus dieser virtuellen Welt sucht er den Weg zurück in die reale.


Klappentext: Zwei Zwillingsbrüder verlieren sich als Fünfjährige in den Wirren des verheerenden Bom-benangriffs am 13. Februar 1945 in Dresden. Oswald, kurz nach seinem Bruder geboren, wächst im Osten an der Elbe auf. Erst nach dem Fall der Mauer trifft er seinen Bruder Werner wieder, der seit der Flucht mit dem Vater am Rhein im Westen lebt. Stimmen und Bewegungen bleiben identisch. Die kurze gemeinsame Kindheit und der Erfolg beider Brüder als Computerexperten diesseits und jenseits der Zonengrenze schaffen jedoch keine Verbundenheit. Oswald fühlt sich als Wendeverlierer, der nichts aus der von den Westdeutschen als Unrechtsstaat abgestempelten „DDR“ gutheißen darf, der unaufhörlich seine Identität im wiedervereinten Deutschland sucht.
Sein nach Grenzöffnung siebenundzwanzigjähriger Sohn Sven hat keine Beziehung zum DDR-Staat. Verbote und die ewige Einkesselung schüren seinen Hass als Jugendlicher, er driftet in die rechtsradikale Szene ab. Svens Generation lechzt nach Freiheit und giert nach allem Westlichen, das durch Mauer und Stacheldraht dringt. Oswalds gesteigerte Ohnmacht, als Jüngerer gegenüber seinem Bruder, als Systemtreuer gegenüber einem gescheiterten Staat und dem Gefühl, als Ostdeutscher gegenüber den „Besserwessis“ zu kurz gekommen zu sein, lässt ihn an der Realität verzweifeln. Analog zum Kinderspiel Westen entwickelt er ein Computerspiel mit Mauer, Grenzkontrolle und Schießbefehl, das er an fiktiven Flüchtlingen testet. Aus dieser virtuellen Welt sucht er den Weg zurück in die reale.

Zweistromland erzählt vom Trauma der deutschen Vergangenheit, das stärker denn je in die Gegenwart wirkt. Es entwickelt sich zum Identitätsverlust der Ostdeutschen, die sich mit dem übergestülpten Beitritt ihres Landes zur BRD noch immer nicht in einem vereinten Deutschland wiederfinden.


Zusätzliche Daten

Veröffentlichungsdatum: 01.11.2022
Umfang: 250 Seiten
ASIN: B0B5KNWTTS
ISBN: 9783754689158
Teil einer Serie: nein
Im Selfpublishing veröffentlicht?: ja
Jugendbuch: nein

Inhaltstypen

Action:
Spannung:
Traurigkeit:
Romantik:
Brutalität:
Realität:
Humor:
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