EROSION

Erosion_Titel
Untertitel: Spuren der Industriekultur im Finowtal
Beschreibung:

Klappentext: 1983 besuchte der „Bauminister“ des Bezirkes Frankfurt/Oder die Eberswalder EOS „Alexander von Humboldt“, um den Abiturienten der Schule einen Vortrag über die den Werktätigen im Bezirk seinerzeit geplanten infrastrukturellen Verbesserungen zu halten – einige unter Ihnen erinnern sich sicher noch. Er referierte über Eisenhüttenstadt und Schwedt, über Fürstenwalde, Frankfurt/Oder natürlich, und sogar über Bernau. Nur über Eberswalde-Finow verlor er kein Wort, eine Stadt mit mehr als 60.000 Einwohnern, Zehntausenden Werktätigen, zahlreichen Industriebetrieben, nur seit 1945 ohne ein funktionierendes oder gar annehmliches Stadtzentrum. Ich mußte ihn einfach fragen – nach Eberswalde, denn schließlich war er ja hierher gekommen, und nicht nach Bernau oder Schwedt. Im Sinn stand mir dabei etwas, woran ich bereits seit einiger Zeit geskribbelt hatte, nämlich ein Eberswalder „Elementehaus“, das ich mir als Kauf- oder Kultur- und Kaufhaus auf dem Rummelplatz, auf dem heute die misanthrope Erscheinung der stadtzentralen Rathauspassage steht, vorstellte. Gedacht hatte ich dabei freilich nicht an irgendwelche Bau- oder gar Betonelemente, sondern an die Elemente, durch die Eberswalde zu dem geworden war, was es bis heute ist. Ich hatte ein Patchworkhaus erfunden, das die Geschichte des Standortes reflektieren sollte, ohne dabei aber zu historisieren. Hundertwasser hatte sich die Idee später von mir ausgeliehen und wurde recht erfolgreich damit. Ich wurde als Querulant aus dem Saal entfernt – das nur nebenbei – diese Idee von den Elementen der Geschichte meines Ortes hat mich nie mehr verlassen und die lieferte mir so das Grundmuster für das Buch „Erosion“, das im November 2016 bei Papierwerken erschienen ist. Acht „Elemente“ habe ich als standortbestimmend ausgemacht und auf den Wegen dieser acht „Elemente“ bin ich aus der Gegenwart des Finowtals auf eine Reise in dessen Vergangenheit als Märkisches Wuppertal, den bedeutendsten historischen Industriestandort der Mark Brandenburg, gegangen, um schließlich wieder in der Gegenwart anzukommen. Dabei ist „Erosion“ kein Geschichtsbuch, aber ein Buch, das Verlust ermessen will, einen Verlust aus Erosion, einen Verlust durch Abriß, aber auch einen Verlust durch Sanierung, Umnutzung und Überprägung von Bauwerken und Industrieanlagen. „Erosion“ soll zuerst ein Zeitdokument sein, eine Momentaufnahme des Vergehens, die auch die Art unseres Umgangs mit Geschichte deutet und Vergangenheit und Gegenwart somit gleichermaßen dokumentiert, und das die Reste einer großen und stolzen Vergangenheit unmittelbar vor ihrem vollständigen Auslöschen noch einmal aufsucht, um sie wahrzunehmen, zu ermessen und zu würdigen. „Erosion“ soll ein kleines Stück zum regionalen Gedächtnis beitragen, damit Nichtaufschreiben von Geschichte die nicht ungeschehen macht.

Zusätzliche Daten

Veröffentlichungsdatum: 20. 6-. 1-30
Genre: Regional
Umfang: 96 Seiten
ISBN: 9783000547478
Amazon-Link:
Leseprobe (Link):
Teil einer Serie: nein
Im Selfpublishing veröffentlicht?: ja
Jugendbuch: nein
Verfügbar als:
  • Hardcover


Inhaltstypen

Action:
Spannung:
Traurigkeit:
Romantik:
Erotik:
Brutalität:
Blut:
Magie:
Realität:
Humor:
Lokalkolorit:

Daten für Rezi-Suche.de

Rezensionsexemplare:
Blog benötigt: nein
Rezi-Kodex akzeptiert: nein
Anonyme Kontaktaufnahme: nein

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